MMM im Japankleid

Seit meine Tochter dem Kleinkindalter entwachsen ist, also seit gut 15 Jahren, habe ich nur mehr sporadisch genäht. Bis zum letzten Herbst. Da hat mich aus heiterem Himmel das Nähvirus infiziert. Seitdem trage ich eigentlich fast täglich Me Made!

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Eines der ersten Kleider, die ich im Herbst 2011 genäht habe, ist dieses Japankleid aus dem Buch „Simple Modern Sewing: 8 Basic Patterns to Create 25 Favorite Garments“ von Shufu To Seikatsu Sha. (Inzwischen gibt es das Buch auch auf Deutsch.)

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Es ist ein Probekleid, und zwar mein einziges, je genähtes Probekleid! Mein Plan war, dieses Kleid aus schwarzem Leinen zu nähen, genauso wie es in dem Buch abgebildet ist. Ich hatte zwar wenig Praxis, aber doch den Verdacht, dass ein japanischer Schnitt nicht so ohne weiteres für meine mitteleuropäische Üppigkeit passen würde. Also musste ein Probekleid her.
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Letztlich waren nicht allzu viele Änderungen nötig. Nur mit dem Abnäher musste ich mich eine Weile plagen, damit er halbwegs dort sitzt, wo er sitzen soll. Die Passform ist insgesamt eher bescheiden. Das liegt in erster Linie daran, dass der Schnitt und ich halt nicht so richtig zusammen passen: der U-Boot-Ausschnitt, bei dem man unvermeidlich das Darunter sieht, und die Taille mit Durchzugband sind eben nicht meins. Deshalb ist es auch beim Probekleid geblieben.

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Trotzdem trag ich das Kleid recht gern. Es ist aus weicher, eher labberiger Baumwolle und daher sehr bequem. Das Mini-Muster ist zwar hoffnungslos verdruckt, aber so klein, dass es kaum auffällt. (Ein paar schlimme Stellen habe ich mit Stoffmalstiften korrigiert!) Bei den derzeitigen Temperaturen braucht es aber ein Darüber. In Wahrheit sehe ich heute deshalb so aus:

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Mit schwarzer Strickjacke (gekauft) und Smooth-Edge-Loop aus dicker Alpakawolle, ebenfalls Me Made nach einer Vorlage von Veera.

Hier geht es zum großartigen Me Made Mittwoch – einer der Gründe dafür, warum die Infektion mit dem Nähvirus nicht längst wieder abgeklungen ist!

4 Gedanken zu „MMM im Japankleid

  1. Ich finde das Kleid sehr hübsch, auch den Ausschnitt! Wie ich sehe, stehen diese Kleider durchaus auch Frauen mit einem richtigen Busen. Vorgeführt werden sie ja eher an Mädchen. Man muss den Look schon mögen, das hast du Recht. Ich mag ihn sehr gern und wenn ich Kleider tragen würde, ginge der Stil so in diese Richtung…
    Fühl dich ruhig wohl in diesem Kleid!

  2. Hallo, ich liebäugle ja auch schon lange mit diesen japanischen Schnittmusterbüchern und dachte bisher immer, das steht nur den ultrazierlichen japanischen Models gut, aber an Deinem Beispiel kann man sich eines Besseren belehren. Sieht toll aus! Liebe Grüße! Renate

  3. Pingback: MMM ohne gelbe Jacke | Langsam nähen

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