Künstlerinnen: Sabine Hornig

Viel interessante Kunst habe ich heuer gesehen, das Spannendste davon habe ich zufällig entdeckt. So waren wir Anfang des Jahres in München, um endlich die Pinakotheken zu besuchen. Zu dieser Zeit lief in der Pinakothek der Moderne gerade die temporäre Ausstellung „Durchs Fenster“ von Sabine Hornig.

Die großformatigen Fotografien von Sabine Hornig zeigen den Blick durch Fenster in Innenräume, meist leerstehende Ladenräume. Dabei wird der Durchblick zum vielschichtigen Draufblick: Wir sehen das, was drinnen ist, und das, was draußen ist und sich in der Glasscheibe spiegelt, auf einer Ebene. Die Spiegelung, die wir normalerweise beim Hineinschauen ausblenden, der Innenraum und die Fensterscheibe selbst mit Spuren, die ihr anhaften, werden zur zweidimensionalen Fläche. Die Wirkung ist, so finde ich, fast surreal und höchst ästhetisch

In der Sprache der Ausstellungsmacher:

In einer präzisen, detailgenauen Bildsprache vereint Hornig dieses vielschichtige visuelle Gefüge aus Blicken, Durchblicken und Spiegelungen und lässt am Beispiel des urbanen Raums und seiner Wahrnehmung neuartige Bild-Raum-Vorstellungen entstehen …

Obwohl die fotografierten Ladenräume verlassen sind und sich in verschiedenen Stadien des Verfalls oder der Wiederherstellung befinden, wirken sie keineswegs trostlos, sondern vielmehr offen, erwartungsvoll und manchmal fast heiter.

Fotos gibt’s auf der Website der Künstlerin zu sehen:
www.sabine-hornig.de