Künstlerinnen: Anna Jermolaewa

In der Kunsthalle Krems wird derzeit eine Retrospektive auf das Werk von Anna Jermolaewa gezeigt. Jermolaewa wurde 1970 in St.Petersburg (damals noch Leningrad) geboren und lebt seit 1989 in Wien. Die Künstlerin arbeitet mit Fotografie, Video und Installationen.

Jermolaewa hat einen bewundernswerten Blick für ganz alltägliche Dinge, die sie mit hintergründigem Humor in Szene setzt. Sie erzählt witzige Geschichten, die eigentlich ganz schrecklich traurig sind – von Machtverhältnissen und Abhängigkeiten, von Ohnmacht und von alltäglichen, kleinen Widerständigkeiten.

In „Trying to Survive“ gerät der Untergrund in so heftige Bewegung, dass selbst die „Stehaufmännchen“ diese nicht mehr ausgleichen können und eins nach dem anderen mit einem Knall im Off verschwinden.

„Auf die Seite“ ist eine Videoinstallation, die die Aufräumarbeiten nach dem samstäglichem Flohmarkt am Wiener Naschmarkt zeigt: Mit großen Schaufeln schieben Müllwägen die Reste des Flohmarkts zusammen. „Auf die Seite!“ rufen die Müllmänner, während Menschen immer wieder versuchen, das eine oder andere brauchbare Stück vor den Schaufelbaggern zu retten.

Die Installation „Methods of Social Resistance on Russian Examples“ ist eine Würdigung der Protestdemonstration der Spielzeuge, die heuer in Barnaul/Sibirien stattfand. Nachdem ihre Anträge auf Demonstration abgelehnt worden waren, ließen VertreterInnen der Opposition Spielzeugfiguren mit Plakaten und Transparenten demonstrieren.

Die Ausstellung ist noch bis 17.2.2013 zu sehen. Unbedingte Empfehlung!