MMM in Blau

Nach und nach hole ich meine Sommerkleider aus den hinteren Ecken meines Schrankes. Heute ist es mein Lieblingskleid aus dem Jahr 2012.

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Das Kleid – nach Meine Nähmode 2/2012 (= New Look 6069) – habe ich im letzten Sommer oft angehabt. Dementsprechend ist es schon ein wenig abgetragen. Für einen langweiligen Bürotag ohne Außenkontakte, den ich mit dem Schreiben von Protokollen verbringen werde, ist es aber noch gut genug.

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Der Wechsel vom endlosen, kalten Winter zu einem angenehm warmen Spätfrühling mit viel Sonne und Temperaturen von über 20° war für mich etwas zu plötzlich. Ich habe Anlaufschwierigkeiten beim Nähen von leichter Kleidung. Immerhin – das rote Tupfenkleid ist in Arbeit und Stoff für ein luftiges Hemdblusenkleid liegt bereit.

Mal schauen, ob die Umstellung auf Frühlingskleidung den anderen Teilnehmer_innen des MeMadeMittwochs leichter fällt!

Lust auf Farbe

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Irgendwann entstand die Idee, dass Old School Teacher sicher auch mit einem ausgestellten Rock sehr gut aussehen würde. In A-Linie, nicht diese angekrauste Variante, die in der Ottobre 5/2011 auch zur Auswahl steht. Als nächstes tauchte der Wunsch nach Farbe auf. Und zwar nach Rot. Mit weißen Pünktchen.

Der Stoff liegt schon bereit. Und wenn es am kommenden Wochenende wirklich regnet – wer weiß, was ich tu?

MMM unter Beobachtung

Wenn frau um halb sieben Uhr morgens mit der Kamera im Garten herumhüpft und sich selbst fotografiert, kann das die Nachbarn einigermaßen aus der Fassung bringen!

Ein Nachbar auf dem Weg zu seinem Auto hat peinlich berührt weggeschaut. Der Mann dagegen, der jeden Tag um diese Zeit mit seinem Hund Gassi geht, hat ungeniert gestarrt.

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Egal, in wenigen Wochen löst sich dieses Problem von selbst. Dann ist die Hecke wieder belaubt und so gut wie undurchsichtig.

Ich habe heute mein 1940er-Landei-Kleid an. Das Schnittmuster ist aus Meine Nähmode 2/2012 (= New Look 6069). Ich habe es hier schon einmal vorgestellt. „Schönes Kleid“, meinte der Mann meines Herzens heute Morgen anerkennend. Das finde ich auch! Deshalb wird das Kleid in den nächsten Monaten sicher oft getragen werden.

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Interessant, dass das kleine Blümchenmuster auf dem Foto diesen sonderbaren Moiré-Effekt ergibt! In Wirklichkeit sieht es so aus:

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Und jetzt noch etwas für die Nachbarn!
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Das reicht. Jetzt geht es ins Büro. Was die anderen MeMade-Frauen mittwochs anhaben, kann man hier sehen.

Edit: Damit unsere Nachbarn nicht in ein schiefes Licht geraten, möchte ich festhalten, dass das überwiegend ganz liebe Menschen sind! Wenn ich in aller Frühe zwischen Kamera und gewähltem Hintergrund hin- und herspringe, weil ich mich selbst mit Selbstauslöser fotografiere, dann muss das für alle, die den MeMadeMittwoch nicht kennen, wirklich sehr merkwürdig aussehen …

Jacke

Die Jacke aus Meine Nähmode 1/2012, Modell 37, ist fertig – in bemerkenswert kurzer Zeit für eine bekennende Langsamnäherin wie mich! Am 2. April habe ich die Außenhülle der Jacke zusammengenäht, gestern Abend konnte ich die Knöpfe annähen.

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Dabei war es alles andere als einfach, aus diesem Schnitt ein tragbares Kleidungsstück zu machen. Die ersten Schwierigkeiten entstanden schon beim Kopieren der Schnitteile: Passmarken waren großteils nicht vorhanden (oder auf dem überfüllten Schnittmusterbogen nicht zu finden). Beim Nähen stellte sich heraus, dass alle Teile unterschiedlich lang waren und auch sonst nicht wirklich gut aneinander passten. Ich hatte schon den Verdacht, ich hätte die Teile versehentlich in verschiedenen Größen herauskopiert. War aber nicht so. Bei der ersten Anprobe zeigte sich dann, dass diese Jacke trotz anscheinend formgebender Wiener Nähte am ehesten einem Sack gleicht.

jackemnm37_1Mit einer für mich selbst erstaunlichen Geduld und Phantasie habe ich geändert und angepasst, sodass das Teil jetzt tatsächlich einigermaßen sitzt. Die von den Achseln ausgehenden Falten über der Brust finde ich nicht so schön. Aber vor meinen Änderungen waren die noch viel, viel größer! Mir ist leider nichts mehr eingefallen, wie man die wegbringen könnte, und so, wie sie jetzt sind, kann ich damit leben.

jackemnm37_3Die Jacke ist komplett gefüttert, mit einem cremefarbenen Futtertaft mit eingewebtem Wappen – sehr nobel! Der Futtertaft stammt aus einem Futterrestepaket von Butinette. Die Platzierung der Knöpfe und Knopflöcher musste ich nach eigenem Gutdünken machen, denn die fehlten auf dem Schnittmusterbogen komplett. Stattdessen gab es die lapidare Anweisung: „Im Abstand von 8 cm 3 Knopflöcher einarbeiten.“ Ich habe 4 Knopflöcher mit einem Abstand von 9,5 cm genäht und das passt eigentlich perfekt –  sonderbar!

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Erstaunlicherweise sitzt der Kragen super! Dabei hatte ich hier die größten Bedenken. Die Schlinge zum Aufhängen habe ich ergänzt; so etwas finde ich einfach praktisch.

jackemnm37_4Die Jacke saß vor allem am Rücken sehr sackartig. Deshalb habe ich in der hinteren Mitte eine taillierte Längsnaht eingearbeitet, die im Originalschnitt nicht vorgesehen ist. Zusammen mit den Anpassungen an den vorderen Wiener Nähten war das die entscheidende Änderung, die aus einem unansehnlichen Sack ein akzeptables Kleidungsstück gezaubert hat.

Die Fakten

Schnitt: Simplicity Meine Nähmode, Modell 37

jacke_technzeichStoff: grau-oliv-farbener Stoff unbekannter Zusammensetzung; cremefarbenes Taftfutter
Nähdauer: ca. 15 Stunden

Anpassungen/Änderungen: Es seien nur die Markantesten erwähnt …

  1. Wiener Nähte vorne: Den Bogen oberhalb der Brust zum Ärmelloch hin stärker gekrümmt. Dadurch wurde das riesige Armloch kleiner, ca. 3 cm im Umfang, und das Übermaß an Stoff oberhalb der Brust reduziert.
  2. Hintere Mitte: Eine Längsnaht, die dem natürlichen Verlauf der Wirbelsäule folgt, eingearbeitet. Dadurch konnte ich auch hinten Weite herausnehmen und die Jacke mehr auf Taille bringen.
  3. Schultern: An beiden Schultern gut 3 cm (!) weggenommen. (Anscheinend wurde die Jacke für einen Rugbyspieler entworfen.)

Zioppizopp hat die Jacke vorigen Herbst genäht und berichtet von ähnlichen Schwierigkeiten. Meine Empfehlung für dieses Schnittmuster daher: Finger weg!

MMM ohne gelbe Jacke

Heute morgen habe ich mir zu meinem Japankleid (dem bügeln nicht geschadet hätte) plötzlich eine gelbe Jacke gewünscht.

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Die hätte wunderbar zu dem feinen Blümchenmuster gepasst. Denn, auch wenn man das auf dem Foto schlecht erkennen kann, in der Mitte zwischen den kleinen, weißen Blütenblättern befindet sich jeweils ein gelber Punkt.

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Leider habe ich keine gelbe Jacke. Aber frühlingsgrün geht ja zur Not auch!

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Das Japankleid habe ich übrigens hier schon einmal gezeigt. Damals mit Stiefeln und Wollschal. Ob mit Schal und Stiefeln oder Sandalen und Seidentuch – mehr Frauen in schöner, selbstgemachter Kleidung gibt’s beim MeMadeMittwoch zu sehen!

Jacke in Arbeit

Weil ich heute einen freien Tag habe und man wegen des aktuellen Wetters (nur das Übliche: Kälte, Schnee) ohnehin nichts unternehmen kann, arbeite ich an der Erfüllung meines Nähplans – nämlich an einem Blazer.

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Das ist der Rohbau von Blazerversuch Nr. 1. Obwohl es sich genau genommen nicht um einen Blazer handelt, denn meine Jacke hat keinen Revers-, sondern einen runden Kragen. Der Schnitt ist aus Meine Nähmode 1/2013 2012, Modell 37.

Den olivfarbenen Stoff habe ich schon länger. Die Zusammensetzung ist unbekannt, aber Brennprobe und Geruch beim Bügeln deuten auf einen hohen Kunstfaseranteil hin. Der Stoff ist auf einer Seite dunkeloliv, auf der andern deutlich heller. Beide Seiten sind ähnlich glatt und schön, sodass es schwer zu entscheiden ist, welche nun eigentlich die „richtige“ Seite  ist.  stoff_020413Normalerweise nehme ich in solchen Fällen einfach die Seite, die mir besser gefällt. Dieses Mal wollte ich aber doch wissen, was die Hersteller_innen sich gedacht hatten. Wie könnte man also feststellen, welche die „rechte“ Seite ist?

  1. Wie liegt der Stoff am Ballen? Vor allem bei breiten Stoffen, die gefaltet auf Ballen gerollt werden, liegt für gewöhnlich die „rechte“ Seite außen. Bei diesem Stoff würde das bedeuten, dass die dunklere Seite die richtige ist.
  2. Die kleinen Löcher an der Webkante werden von der rechten Seite durchstochen, d.h. die rechte Seite ist glatt, auf der linken Seiten spürt man kleine Erhebung, wenn man mit der Fingerspitze über die Löcher streicht. In meinem Fall wäre dann die hellere die rechte Seite.
  3. Auf der rechten Seite sollten im Gewebe mehr diagonale Linien erkennbar sein. Dafür muss man bei fein gewebten Stoffen wahrscheinlich Adleraugen besitzen! Bei meinem Stoff konnte ich jedenfalls beim besten Willen nichts erkennen. Erst als die ersten Teile unter dem Licht der Nähmaschine lagen, waren diagonalen Fäden erkennbar: allerdings auf beiden Seiten.
    (Quellen: www.naehen-schneidern.de; www.pattydoo.de)

Ich bin also nach sorgfältiger Prüfung genauso schlau wie vorher. Da bleibe ich bei der Methode: „Was gefällt mir besser“! Ich habe übrigens die dunklere Seite gewählt.