Jacke in Arbeit

Weil ich heute einen freien Tag habe und man wegen des aktuellen Wetters (nur das Übliche: Kälte, Schnee) ohnehin nichts unternehmen kann, arbeite ich an der Erfüllung meines Nähplans – nämlich an einem Blazer.

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Das ist der Rohbau von Blazerversuch Nr. 1. Obwohl es sich genau genommen nicht um einen Blazer handelt, denn meine Jacke hat keinen Revers-, sondern einen runden Kragen. Der Schnitt ist aus Meine Nähmode 1/2013 2012, Modell 37.

Den olivfarbenen Stoff habe ich schon länger. Die Zusammensetzung ist unbekannt, aber Brennprobe und Geruch beim Bügeln deuten auf einen hohen Kunstfaseranteil hin. Der Stoff ist auf einer Seite dunkeloliv, auf der andern deutlich heller. Beide Seiten sind ähnlich glatt und schön, sodass es schwer zu entscheiden ist, welche nun eigentlich die „richtige“ Seite  ist.  stoff_020413Normalerweise nehme ich in solchen Fällen einfach die Seite, die mir besser gefällt. Dieses Mal wollte ich aber doch wissen, was die Hersteller_innen sich gedacht hatten. Wie könnte man also feststellen, welche die „rechte“ Seite ist?

  1. Wie liegt der Stoff am Ballen? Vor allem bei breiten Stoffen, die gefaltet auf Ballen gerollt werden, liegt für gewöhnlich die „rechte“ Seite außen. Bei diesem Stoff würde das bedeuten, dass die dunklere Seite die richtige ist.
  2. Die kleinen Löcher an der Webkante werden von der rechten Seite durchstochen, d.h. die rechte Seite ist glatt, auf der linken Seiten spürt man kleine Erhebung, wenn man mit der Fingerspitze über die Löcher streicht. In meinem Fall wäre dann die hellere die rechte Seite.
  3. Auf der rechten Seite sollten im Gewebe mehr diagonale Linien erkennbar sein. Dafür muss man bei fein gewebten Stoffen wahrscheinlich Adleraugen besitzen! Bei meinem Stoff konnte ich jedenfalls beim besten Willen nichts erkennen. Erst als die ersten Teile unter dem Licht der Nähmaschine lagen, waren diagonalen Fäden erkennbar: allerdings auf beiden Seiten.
    (Quellen: www.naehen-schneidern.de; www.pattydoo.de)

Ich bin also nach sorgfältiger Prüfung genauso schlau wie vorher. Da bleibe ich bei der Methode: „Was gefällt mir besser“! Ich habe übrigens die dunklere Seite gewählt.

Ein Gedanke zu „Jacke in Arbeit

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