Wieder einmal MMM

Irre ich mich oder gab es früherTM Jahreszeiten zwischen Sommer und Winter? Gab es nicht früherTM so etwas wie einen Altweibersommer, einen Goldenen September? Andererseits habe ich gerade nachgelesen, dass sich das Klima im Wiener Raum durch kurze heiße Sommer und lange kalte Winter auszeichnet. Von weiteren Jahreszeiten ist nicht die Rede. Das Klima gibt es allerdings nicht erst seit neulich, also müssen meine Erinnerungen trügen.

Wie auch immer es sich mit dem Klima verhalten mag, dass Wetter heute ist jedenfalls schon den ganzen Tag trübe und regnerisch. Morgens war wegen der Düsternis an Bilder, die einigermaßen aussagekräftig sind, nicht zu denken. Erst nach der Arbeit hatte ich Zeit für ein paar Fotos.

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Das Kleid ist genäht nach Modell 133B aus Burda 1/2013 – näheres zum Entstehungsprozess hier. Nachdem ich das Kleid einen Tag getragen habe, kann ich mit Sicherheit ausschließen, dass es jemals ein Lieblingskleid sein wird. Ich kann Kleidungsstücke, die bei der kleinsten Bewegung rascheln, nicht ausstehen. Die Farbe, die auf den Bildern nur unzureichend wiedergegeben wird, gefällt mir aber ausnehmend gut. Ich bin schon seit einiger Zeit auf der Suche nach (nicht raschelnden) Stoffen in diesem schönen Smaragdgrün. Bisher erfolgslos.

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Welche Farben andere Selbernäherinnen tragen, das gibt es beim MeMadeMittwoch zu sehen

 

Noch langsamer

langsamlangsamer„Du hast schon lange nichts mehr genäht“, sagte meine Tochter neulich. Und wirklich ist in den letzten Wochen wenig entstanden. Mein Nähtempo – ohnehin nie sehr hoch – hat sich noch weiter reduziert und dieser Blog müsste eigentlich inzwischen „Noch langsamer nähen“ heißen.

Anstatt zu nähen, habe ich viel über das Nähen nachgedacht. Selbst in den langen Hitzephasen dieses Sommers hatte ich immer genug luftige und schöne Sommerkleider zur Verfügung, ohne dass ich andauernd waschen und bügeln musste. Ja, obwohl es ausreichend Gelegenheit zum Tragen von Sommerkleidern gab, kamen eines oder zwei davon nur maximal einmal zum Einsatz. Wenn ich also ehrlich zu mir bin, ist mein Schrank inzwischen voll genug. Ich könnte mich darauf beschränken, zu ergänzen, was wirklich noch fehlt (ein Wintermantel zum Beispiel), oder schäbig gewordene Stücke zu ersetzen.

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Ich bin mir noch nicht sicher, was diese Erkenntnis bedeutet. Ich weiß nur, dass ich keinen überquellenden Kleiderschrank haben will – und seien die Kleider noch so schön. Weniger, aber gezielter zu nähen, das wäre eine Möglichkeit. Anspruchsvollere Kleidungsstücke zu nähen, könnte eine andere sein.

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Das Kleid auf den Bildern ist übrigens Vogue 8764 – ein schlichter und schnörkelloser Schnitt, der mich begeistert. Erstmals habe ich einen Schnitt benützt, der mehrere Cup-Größen anbietet. Ich war angenehm überrascht, wie gut das funktioniert: Cup D passt perfekt und ein FBA war damit nicht mehr nötig.

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Die Fakten
Schnitt: Vogue 8764 – Very Easy Vogue
Stoffe: Geblümte Mousseline von Liberty, vollständig gefüttert mit cremefarbenen Baumwoll-Voile.
Anpassungen/Änderungen: Ich habe Größe 16 mit Cup-Größe D genäht und das Kleid passt gut. Nur der Ausschnitt war zu weit. Deshalb habe ich hinten links und rechts kleine, schräg laufende Abnäher eingefügt. Dadurch sitzt das Kleid am Nacken besser und der Halsausschnitt wurde etwas kleiner. Beim nächsten Mal (das wird es sicher geben!) werde ich den Ausschnitt aber noch schmäler machen. Den Reißverschluss habe ich (wie meistens) vom Rücken in die Seite verlegt.
Nähdauer: Keine Ahnung – viele Mini-Sitzungen im August, wann immer es nicht zu heiß war.