MMM Nr. 2/2014

Keine Zeit, keine Lust und viel zu viele Ideen, daher hat meine Nähmaschine zur Zeit Pause. (Ja, zu viele Ideen hemmen!) Heute trage ich das Kostüm vom Frühjahr 2013. Mit Ringelshirt und schon am Morgen nicht ganz faltenfrei. Erste Erkenntnis: Ich bügle schlampig.

mmm220114_1Zweite Erkenntnis: Nirgendwo in unserem Haus ist es einigermaßen hell, wenn es draußen stockfinster ist. So wie um 7 Uhr früh, bei Schneeregen. Wir mögen es anscheinend schummrig.

mmm220114_2Deshalb ist auf den Bildern leider nicht viel mehr zu erkennen, als dass ich große Füße habe. Wie machen das die anderen MMM-TeilnehmerInnen? Wo nehmen sie ihre Bilder auf? Wo kriegen sie Licht her? Das muss ich mir gleich einmal genau ansehen: > MeMadeMittwoch!

Nähplan 2013 erfüllt (fast)

Im März des Vorjahres habe ich mir mit einem Mini-Nähplan fünf Nähprojekte vorgenommen, die ich bis Jahresende umsetzen wollte. Die Liste enthielt:

mininaehplan2013

Diesen Minimal-Nähplan habe ich das ganze Jahr nicht wirklich aus den Augen verloren. Obwohl ich mich meistens natürlich wieder plan- und ziellos in die verschiedensten Nähprojekte gestürzt (und gelegentlich auch ziemlich verrannt) habe. Aber ich habe geschafft (v.l.n.r.):

naehplan2013_ergebnisse

Nicht mit auf dem Bild: Weite Leinenhose (Juni). Die heißgeliebte und viel getragene Hose befindet sich im Winterschlaf, in einer Kiste mit den anderen Sommersachen.

Anlasskleid Nr. 2 ist aus aktuem Zeitmangel den ganzen Herbst über zum Weihnachtskleid geworden. Gebraucht hätte ich es Mitte November. Macht nichts, ein ungeplantes Weihnachtskleid ist auch etwas Feines!

weihnachtskleid_2013

Die geplante schmal geschnittene Hose habe ich nicht geschafft. Sie hat mir allerdings auch nicht gefehlt. Dafür habe ich beim Jackenthema das Soll übererfüllt. Das verdankt sich der überraschenden Erkenntnis: Jacken zu nähen ist gar nicht so schwer! Bei meinen beiden Werken ist der Weg zur Perfektion zwar noch weit, aber sie sind gut genug, um Bekanntschaft und Verwandtschaft in Erstaunen zu versetzen: Das hast du selbst genäht?

Fazit: So eine Mini-Nähplan ist nicht die schlechteste Idee, wenn frau ein paar Projekte plant, die nicht in Vergessenheit geraten sollen – auch wenn eine die spontane Begeisterung für etwas anderes überfällt. Mal sehen, ob ich das heuer wieder mache!

MMM ganz schlicht

Auf dem Sprung zwischen Zahnarztbesuch und Aufbruch ins Büro hier mein aktuelles Lieblingskleid Vogue 8764 – schon leicht zerknittert und unvermeidlich schlecht belichtet:

mmm150114_Nach diesem Schnitt habe ich bereits ein spätsommerliches Mousselinekleid genäht. Ich mag das Schlichte und Unaufgeregte dieses Designs. Zusammen mit dem sehr schönen Wollstoff in unspektakulärem Mittelgrau ist daraus ein Kleid von feinem Understatement entstanden.

In letzter Zeit habe ich über die ideale Ärmellänge von Winterkleidern nachgedacht. Lange Zeit war es für mich klar: Sommerkleider – kurze Ärmel; Winterkleider – lange Ärmel (oder gelegentlich auch 3/4-Ärmel, obwohl ich keine eindeutige Meinung zu dieser Ärmellänge hatte). Bis mir bewusst wurde, dass ich zu Winterkleidern eigentlich fast immer eine Jacke trage. Und unter Jacken sind lange Ärmel nicht nötig, häufig sogar ausgesprochen unpraktisch.

mmm150114_1 Für das Understatment-Kleid habe ich kurze Ärmel gewählt und das hat sich bisher sehr gut bewährt.

Was andere Selbernäherinnen mittwochs tragen, gibt es beim > MeMadeMittwoch zu sehen!

Blaues Kostüm

Anfang November entstand der zweite Versuch meines Blazerprojekts 2013: eine Blazerjacke nach Modell 106 aus Burda 8/2013. Die Jacke sah im Heft sehr, sehr gut aus und inspirierte offenbar nicht nur mich zum Nachnähen. Anders als manche fand ich die Jacke nicht schwierig zu nähen und die Passform durchaus akzeptabel.

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Die hochgesteckten Erwartungen erfüllt sie dennoch nicht ganz. Das liegt vielleicht an meiner Stoffwahl. Die verwendete Viskosegarbadine ist eher dünn und hat einen relativ hohen Elasthananteil, ist also sehr elastisch. Das ist für ein Kostüm wenig günstig, wie ich inzwischen gelernt habe.

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Gekauft habe ich die Garbadine schon vor längerer Zeit, weil mir die Farbe so gut gefiel: ein intensives Türkisblau. Auf den Bildern kommt die Farbe allerdings ganz anders heraus. Dafür kann man alle Falten und Fältchen sehr gut erkennen.

Es überrascht mich immer wieder, wie gnadenlos die Kamera im Vergleich zur menschlichen Wahrnehmung ist! Es ist mir schon passiert, dass mitten durch die schönsten Landschaftsaufnahmen eine hässliche Hochspannungsstromleitung verläuft, die ich in meiner Wahrnehmung einfach ausgeblendet habe. Und vor dem Spiegel streiche ich zufrieden das frisch gebügelte Kostüm glatt, aber auf dem Foto, das gleich darauf entsteht, ist der Rock voller Fältchen und der Saum der Jacke zuppt an allen Ecken und Enden.kostuemblau_3

Egal, ich habe nicht den Ehrgeiz, falten- und makellos durch die Welt zu gehen. Ich bleibe zerknittert und zuppelig und verlasse mich darauf, dass meine Mitmenschen den gleichen Wahrnehmungsmustern wie ich unterliegen – und sehen, was sie sehen sollen: ein recht hübsches blaues Kostüm.

Erstmals in meiner Nählaufbahn habe ich ein eingefasstes Knopfloch genäht:

kostuemblau_4Zugegeben, sehr schwierig war das nicht. Denn denn das Knopfloch ist nur auf einer Seite eingefasst, auf der Vorderseite ist es ein Schlitz in der unteren, horizontalen Naht des Einsatzes. So war aufwändiges und fitzeliges Nähen von Hand nur auf der Innenseite nötig.

kostuemblau_5Ein Kostüm ist das Ganze erst seit vorgestern. Da habe ich zur Blazerjacke einen einfachen Rock in A-Linie genäht.

Die Fakten – Blazerjacke:
Schnittmuster: Modell 106 aus Burda 8/2013

kostuemblau_jacketechzeichStoff: türkisblaue Viskosegabardine mit Elasthan, hellblaue Futterviskose.
Änderungen/Anpassungen: Gr. 44 zugeschnitten und keine Änderungen gemacht. (Ich wünschte aber, ich hätte die Schultern angepasst, d.h. etwas schmäler geschnitten.)

Die Fakten – Rock:
Schnittmuster: Meine Nähmode 4/2012, Modell 8 (siehe auch hier)
Stoff: türkisblaue Viskosegabardine mit Elasthan, hellblaue Futterviskose.
Änderungen/Anpassungen: Wegen der Erfahrungen mit dem ersten Modell zwar wieder Gr. 44 genäht, aber die Abnäher etwas größer bzw. tiefer gemacht, sodass der Taillenumfang (bei gleichbleibenden Hüftumfang) um rund 4 cm kleiner wurde.