MMM Nr. 3/2014

Es gibt ja kein Problem mit dem „Internet“, für das die Lösung nicht in demselben Internet gefunden werden kann! Heute zum Beispiel konnte ich plötzlich und ohne nachvollziehbaren Grund keine Bilder mehr in meine Blogbeiträge einfügen. Nicht wirklich praktisch für einen Nähblog … Aber mit einem Web-Problem ist man ja niemals allein und fast immer hat das Problem irgendjemand schon gelöst. Deshalb gibt es hier doch ein Bild von meinem MMM-Outfit!

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Heute trage ich „Old School Teacher„, ein schönes Kleid, das ich, wenn ich es recht bedenke, viel zu selten aus dem Schrank hole. Vielleicht, weil ich den Reißverschluss am Rücken nicht mag: Ich muss mich immer verrenken und herumhampeln, um den Zipp zu schließen. Oder ich muss jemanden um Hilfe bitten – als ob ich ein Kleinkind wäre, das sich nicht allein anziehen kann! Da mühe ich mich lieber selber! Doch „Old School Teacher“ ist, stelle ich fest, ein bisschen Kampf und Gewurschtel wert.

All die anderen MeMadeMittwoch-Frauen schlängeln sich sicher anmutig und problemlos in ihre schönen, neuen Kleider!

Basics nähen: Grauer Rock

An mindestens 3 von 5 Tagen der Arbeitswoche trage ich einen Rock. Ein hübscher Rock und eine nettes Shirt dazu – das passt eigentlich immer. Röcke sind eindeutig die am häufigsten getragenen Kleidungsstücke meiner Garderobe. Trotzdem nähe ich sie nicht sehr oft. Vielleicht, weil sie so unspektakulär und leicht zu nähen sind. Nähprojekte für AnfängerInnen. Nicht der Rede wert.

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Seit Monaten sage ich mir, dass ich eigentlich dringend einen grauen und einen schwarzen Rock bräuchte. Also von allen unspektakulären Rockvarinaten die allerlangweiligsten. Wahrscheinlich habe ich diese Projekte deshalb endlos vor mir hergeschoben. Für den grauen Rock hatte ich sogar vom Weihnachtskleid noch ein großes Stück Wollstoff übrig, allerdings mit einer sehr sonderbaren Form. Kein ansprechender Rockschnitt, der da gepasst hätte! Bis ich in der letzten Burda 3/2014 Modell 135 entdeckte. Der leicht ausgestellte Rock mit den rundbogenartigen Einsätzen auf der Seite gefiel mir – und der merkwürdig geformte Stoffrest reichte aus für die vier Schnittteile (wenn auch mit Mühe).

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Der Schnitt sieht einen Bund vor. Den habe ich weggelassen. Ich habe einen Bauch, da hilft nichts, das ist einfach so, und der Bauch mag lieber bundlose Röcke. Stattdessen habe ich Belege aus einem passenden Restchen getupften Baumwollstoff gebastelt. Außerdem habe ich den Rock gefüttert. Ungefütterte Röcke kommen mir nicht mehr in den Schrank, es sei denn, es handelt sich um luftige Sommerfähnchen.

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Burda weist darauf hin, dass wegen der bogenförmigen Einsätze ganz präzise zugeschnitten werden sollte. Das habe ich getan. Trotzdem waren am Ende alle Rockteile unterschiedlich lang. Sehr sonderbar! Das Einnähen der halbrunden Einsätze ist aber trotzdem nicht weiter schwierig, wenn man sich an den Seitennähten und am Scheitelpunkt des Bogens orientiert. Mein Tipp: Vom Scheitelpunkt weg zuerst in die eine Richtung den gerundete Einsatz bis zum Saum hinunter feststecken und dabei nicht mit den Stecknadeln sparen, dann in die andere Richtung ebenso. Genauso nähen, also oben in der Mitte des Bogens beginnen und bis zum Saum hinunter nähen, für die zweite Hälfte wieder oben anfangen und in Richtung Saum nähen.

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Ich hatte recht, mir einen grauen Rock zu wünschen: Das Teil ist sehr kombinationsfreundlich und wird viel getragen. Vielleicht sollte ich den schlichten Basisteilen überhaupt mehr Aufmerksamkeit schenken? Als nächsten kommt jedenfalls ein schwarzer Rock dran!

Die Fakten
Schnittmuster: Modell 135 (Plus-Mode) aus Burda 3/2013

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Stoff: grauer Wollstoff mit ein wenig Elasthan, graulila Viskosefutter und gepunkteter Baumwollrest für die Belege.
Änderungen/Anpassungen: Genäht in Gr. 44 und passt. Bund weggelassen, stattdessen Belege konstruiert. Rock gefüttert.
Nähdauer: ca. 4 Stunden (wobei der handgenähte Saum die meiste Zeit beansprucht hat)