Hosen & Falten

Schon länger fertig ist die weite Hose nach einem Zwischenmass-Schnitt. Heute mittag hab ich endlich daran gedacht, das spärliche Wintertageslicht für Fotos zu nutzen. Die Bilder sind direkt aus dem Alltagsleben – mit Tragefalten, wie sie nach mehr als einem halben Tag, inkl. Auto fahren und auf dem Sofa lümmeln, halt entstehen.

Weite Hose nach Zwischenmass-Schnitt

Die Hose habe ich schon einmal genäht, aus schwarzem Leinen. Schöne Details sind der Reißverschluss an der Seite und die Taschen. Bei der ersten Version der Hose habe ich mich sehr damit geplagt, die Taschen-Abnäher-Kombination hinzubekommen. Dieses Mal kam mir ganz plötzlich die Erleuchtung, wie dieses hübsche Detail zu fertigen ist. Beschreiben kann ich es aber leider nicht; nur so viel: es ist ganz leicht!

Weite Hose nach Zwischenmass-Schnitt

Eine Ansicht von hinten zeigt Falten, Falten, Falten. Da ist eben so, bei einer derart weiten Hose. Irgendwo muss der Stoff ja hin.

Weite Hose nach Zwischenmass-Schnitt

Meike von crafteln.de hat vor Kurzem einen sehr interessanten Text über unsere Neigung zum faltenfreien Perfektionismus geschrieben – unbedingt lesenswert! Hosen, so zitiert sie Sarah Veblen, sind immer ein Kompromiss zwischen Aussehen und Bequemlichkeit. Aus eigener Erfahrung möchte ich hinzufügen: kein einfacher Kompromiss! Bei dieser Hose habe ich zum Beispiel das Gefühl, dass sie an der Taille eine Spur zu weit ist. So lange ich stehe. Bei der ersten Autofahrt war schnell klar, dass die Taillenweite im Sitzen genau richtig ist und schnell unbequem werden würde, sollte ich sie enger machen. Meine Hose gehört also nicht zur Spezies der Steh-Hosen, sondern ist eindeutig eine Sitz-Hose, wenn nicht sogar eine Lümmel-Hose!

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Auch für winterliche Spaziergänge im ersten Schnee der Saison ist sie durchaus geeignet, wenn auch wegen der Saumweite nicht unbedingt optimal.

Weite Hose nach Zwischenmass-Schnitt

Die Fakten
Schnittmuster: Hose 630001 von Zwischenmass.
Stoffe: Taupefarbener Jeansstoff, leicht elastisch.
Größe: Hu 109 (Zwischenmass gibt die Hosengrößen nach Hüftweite an).
Änderungen/Anpassungen: An der Taille ca. 4 cm enger gemacht (bei den Abnähern und bei der Mittelnaht) – eine übliche Änderung; 3 cm in der Länge zugegeben, zum Glück, weil ich den Saum drei Mal herausgelassen habe, bis mir die Hosenlänge endlich zugesagt hat: Eine weite Hose muss imho lang sein!
Nähdauer: 4 Stunden (ziemlich exakt).
Fazit: Mein Lieblingsschnittmuster für weite Hosen! Ein weiteres Exemplar aus Wintertwill ist noch für die kalte Jahreszeit geplant. Im Sommer wird es wahrscheinlich die eine oder andere Hose aus Leinen geben.

Schnelles Shirt

Dieses Shirt mit Fledermausärmeln erhielt den Arbeitstitel „Ozelot-Shirt“. Obwohl ein Ozelot selbstverständlich ganz anders gemustert ist, die Flecken sind beim Tier viel weniger dicht. Nur die Farben sind halbwegs ähnlich.

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Das Shirt ist aus der Weihnachts-Burda 2013. Schon vor einem Jahr wollte ich den Schnitt ausprobieren, hab’s aber wieder vergessen. Beim Aufräumen ist mir das Schnittmuster jetzt in die Hände gefallen. Das Shirt ist ruckzuck genäht und gefällt durchaus.

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 Die Fakten
Schnittmuster: Modell 128, Burda 12/2013

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Quelle: burdastyle.de

Stoff: Jersey aus Viskose mit Wolle
Genähte Größe: Gr. 42 (der Schnitt geht nur bis Größe 42)
Änderungen/Anpassungen: Ich habe in der vorderen Mitte 1 cm zugegeben, sicherheitshalber, weil nur Gr. 42. Das wäre aber nicht nötig gewesen: Das Shirt fällt eher groß aus. Die Ärmel musste ich um sagenhaft 13 cm (!) kürzen. Das geht zwar sehr einfach zwischen dem angeschnittenen Ärmelteil und dem manschettenartigen Teil, aber 13 cm!
Nähdauer: Reine Nähzeit knapp 1 Stunde.
Fazit: Das Shirt ist so schnell genäht, dass ich sicher noch eins oder zwei mache!

Bleistiftrock in Blau

Vor vielen Jahren besaß ich einen gekauften Bleistiftrock, den ich sehr gern trug, bis er unansehnlich wurde und aussortiert werden musste. Eine Weile suchte ich nach Ersatz, aber eher halbherzig. Schließlich vergaß ich es. Anscheinend war ein schmaler Rock in meiner Garderobe verzichtbar.

Heuer im Sommer hatte ich die Gelegenheit, das Great British Sewing Bee-Buch Sew your own wardrobe in Schottland zu einem ermäßigten Preis zu erstehen. (Ich glaube, sonst hätte ich es nicht gekauft: zu viele Nähprojekte, die mich nicht interessieren.) Der Pencil Skirt gefiel mir gleich ausnehmend gut und hat mich daran erinnert, dass ich einmal einen schmalen Rock sehr gern mochte.

Bleistiftrock in Blau

Stoff war vorhanden: ein Rest vom Kleid Old School Teacher, eine schöne Viskose-Polyester-Mischung mit etwas Elasthananteil. Der Rock hat einen angeschnittenen Bund und wird mit jeweils vier Abnähern vorn und hinten in Form gebracht. Zum Saum hin ist er leicht eingestellt. Diese kurvige Form entspricht sehr gut meiner Körperform mit der ausgeprägten Hüfte-Taille-Differenz. Und tatsächlich waren keine Anpassungen nötig.

Bleistiftrock in Blau - Rückansicht

Laut Anleitung ist der Rock nicht gefüttert. Ein Futter halte ich bei dieser Rockform aber für unverzichtbar.

Bleistiftrock in Blau - Innenansicht

Die Fakten
Schnittmuster: Pencil Skirt aus The Great British Sewing Bee: Sew your own Wardrobe (S. 118)

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Stoff: Viskose-Polyestermischung in Dunkelblau mit zartem Muster, Viskosefutter
Genähte Größe: 16
Änderungen/Anpassungen: Die gewählte Größe passte ohne Änderungen. Der Rock hat laut Anleitung kein Futter, ich habe ihn gefüttert.
Nähdauer: rund 4 Stunden (wegen viel Handnäherei)
Fazit: Für den Fall, dass ich einen zweiten Bleistiftrock benötige, gerne wieder!