Resteverwertung

Keine Sorge, das geht hier nicht so weiter – mit einem Post alle zwei Tage! Ich war jedoch erstaunlich produktiv in den letzten Wochen, vor allem was die Resteverwertung betrifft.

Im Laufe der Zeit haben sich hier nämlich etliche Stoffstücke angesammelt, die zu groß sind, als dass ich sie leichten Herzens wegwerfen könnte; meistens sind sie aber nicht groß genug, dass sofort offensichtlich wäre, wofür sie sich nutzen ließen. Für sommerliche, luftige Kleidungsstücke, die nicht viel Stoff brauchen, reicht es zum Glück oft.

langsamnaehen_kimobias72016_01

Top und Rock sind aus Resten längst verflossener Nähprojekte entstanden. Sie haben etliche Jahre auf ihren Einsatz gewartet. Das Schnittmuster für das Top stammt aus der letzten Ottobre-Ausgabe 2/2016, der Rockschnitt aus einer älteren Burda (2/2014).

langsamnaehen_kimobias72016_02

Das Top ist aus einer schönen, schweren Viskose, weiß mit schwarzen Punkten. Der Stoff war damals ziemlich teuer und schon deshalb wollte ich den Rest nicht wegwerfen. Das Reststück war allerdings so sonderbar geformt, dass ich den Rücken stückeln musste, sonst wäre sich das nicht ausgegangen.

langsamnaehen_kimobias72016_03

Das Top hat seitliche Brustabnäher und angeschnittene Kimonoärmelchen. Das sieht nett aus und ist leicht zu nähen, schränkt aber die Bewegungsfreiheit der Arme über Kopf ein kleines bisschen ein. Die Viskose ist ziemlich flutschig und war daher nicht einfach zu verarbeiten. Sie knittert auch wie verrückt, ist aber kühl und angenehm zu tragen.

Der Rock ist aus festem, schwarzen Leinen – ein Rest von diesem und jenem Projekt.

langsamnaehen_kimobias72016_04
Er besteht aus vier Bahnen, die im schrägen Fadenlauf zugeschnitten werden. Das verleiht ihm einen hübschen Schwung, der bei einem leichter fallenden Stoff wahrscheinlich noch schöner herausgekommen wäre.

langsamnaehen_kimobias72016_05

Ein weiteres interessantes Detail sind der angeschnittene Bund und der Reißverschluss vorn. Das Originalschnittmuster sieht aufgesetzte Taschen vor, die ich aber wegen Stoffmangels weglassen musste.

langsamnaehen_kimobias72016_06

Die Fakten: TOP
Schnittmuster: „Kimonotop“, Modell 13 aus Ottobre 2/2016

Quelle: ottobredesign.com

Quelle: ottobredesign.com

Stoff: 100% Viskose
Zubehör: Nähgarn
Größe: 36
Änderungen/Anpassungen: keine
Fazit: Nettes, kühles Top, aber kein Teil, das ich gleich noch einmal nähen müsste.

Die Fakten: ROCK
Schnittmuster: Modell 121 aus Burda 2/2014

Quelle: burdastyle.de

Quelle: burdastyle.de

Stoff: 100% Leinen
Zubehör: nahtverdeckter Reißverschluss, Bügeleinlage für den Bund, Nähgarn.
Größe: 38
Änderungen/Anpassungen: Den Bund etwa 2 cm enger gemacht, sodass die Bundweite eher einer Größe 36 entspricht. Den Saum mit Schrägband versäubert.
Fazit: Den Rock trage ich gern und oft. Ich kann mir vorstellen, dass eine Variante aus Wollstoff ein tolles Basisteil für den Winter wäre.

Streifenkleid

Die Kombination von Querringel am Oberteil und diagonalem Streifenverlauf am Rockteil habe ich bei einem Kleid in einem Schaufenster gesehen. Das wollte ich nachnähen.

langsamnaehen_stripesdr_072016_01

Den gestreiften Baumwolljersey hatte ich im Stoffvorrat. Das Schnittmuster ist ein einfaches Top, das ich schon mehrfach genäht habe (Modell Nr. 19 aus Ottobre 5/2010), und ein simpler Rock in A-Linie (selbstkonstruiert).

An den Seiten treffen die Streifen fast perfekt aufeinander!

langsamnaehen_stripesdr_072016_05
Hals- und Armausschnitte sind mit Bündchen aus dem gleichen Streifenjersey versäubert. Dazu falte ich einen passenden Stoffstreifen längs und nähe ihn – leicht gedehnt an der rechten Seite des Ausschnitts fest; alle offenen Kanten liegen dabei übereinander. Dann klappe ich den Streifen nach oben, sodass die Nahtzugaben alle nach innen schauen, und steppe diese knappkantig ab. (Im Prinzip genauso wie in diesem Tutorial von Farbenmix.)

langsamnaehen_stripesdr_072016_06

Die Fakten
Schnittmuster: Top Modell 19 aus Ottobre 5/2010 und selbstkonstruierter Rockschnitt
Stoff: Baumwolljersey in Schwarz und Grau
Zubehör: Nähgarn
Größe: etwa 36
Nähdauer: ca. 2 Stunden
Fazit: Praktisches Kleid für den Urlaub!

Fast ein Maxirock

Maxiröcke sind anscheinend derzeit Trend. In Wien sehe ich junge Frauen mit wehenden Röcken durch die Straßen schreiten – sobald dieser regenreiche Sommer es erlaubt – und muss zugeben, es gefällt mir! Aber ganz realistisch betrachtet: so ein Maxirock passt nicht wirklich zu mir und zu meinem Alltag. Deshalb fehlen meinem Maxirock gute 10 cm, damit er seinem Namen auch verdienen würde.

langsamnaehen_midir072016_01Auch so hat der Rock genügend Länge und Weite, dass er angenehm um die Beine flattert. Die leichte Viskosemousseline tut noch das ihre dazu.langsamnaehen_midir072016_02Genäht habe ich den Rock nach einem Schnittmuster aus der aktuelle Ottobre-Ausgabe 2/2016. Der Rock besteht aus vier Bahnen, hat einen schmalen Bund und wird mit Reißverschluss und Kopf hinten geschlossen.

langsamnaehen_midir072016_04Das Teil ist einfach und schnell zu nähen. Nur der Rollsaum war ein bisschen tricky. Ich wollte den Rollsaumfuß meiner Nähmaschine ausprobieren, bin damit aber überhaupt nicht zurecht gekommen. Also habe ich den Saum per Hand eingerollt und in die Maschine geschoben.

langsamnaehen_midir072016_05

Ja, ich weiß, dass ein Rock dieser Länge als „Midirock“ bezeichnet wird, aber das Wort „Midi“ fand ich schon als Teenager in den 70er Jahren sonderbar. Deshalb ist mein „Midirock“ ein „Fast-Maxirock“ …

Die Fakten
Schnittmuster: Modell 6 aus Ottobre 2/2016

Quelle: ottobredesign.com

Quelle: ottobredesign.com

Stoff: Viskosemousseline
Zubehör: nahtverdeckter Reißverschluss, 1 Knopf, aufbügelbare Einlage für den Bund, Nähgarn.
Größe: 36
Änderungen/Anpassungen: keine
Fazit:

Zweite Auflage

Die zweite Version des Reisekleids mag ich eigentlich noch lieber als die erste.

petrolkleid_06072016_101Ich mag einfarbige Kleider an mir sehr gern. Und dieses hier hat noch dazu eine meiner Lieblingsfarben: Petrol.

petrolkleid_06072016_102Es ist das perfekte Sommerkleid: Reinschlüpfen, gut aussehen und sich den ganzen Tag wohlfühlen. Waschen, trocknen und direkt von der Leine wieder reinschlüpfen.

petrolkleid_06072016_103Die Fakten:
Schnittmuster: Oberteil Shirt „Linnea“ aus Ottobre 2/2010, Rockteil selbst konstruiert.
Stoff: Viskosejersey
Größe: 36
Nähdauer: ca. 1,5 Stunden

Jac Shirt

Tessuti Fabrics ist ein australisches Stoffgeschäft mit online-Shop, das auch eine Reihe von interessanten Schnittmustern anbietet. Eines davon ist das Jac Shirt, ein weites Hemd mit ungewöhnlicher Schnittführung.

jac03072016_101

Das Hemd ist vorne kürzer als hinten. Das Schnittteil für den Rücken ist trapezförmig und zieht sich an den Seiten weit nach vorn. Die Seitenschlitze sitzen daher nicht direkt unter der Achsel, sondern um einige Zentimeter nach vorn versetzt.

jac03072016_102Die Ärmel haben etwa 7/8-Länge und kleine Schlitze an der Innenseite, sodass sie auch umgeschlagen getragen werden können.

jac03072016_103Die Konstruktion des Hemdes ist sehr raffiniert: Die Seiten- und Ärmelschlitze werden als Briefecken genäht und zusammen gesetzt. Das schaut sehr sauber und akkurat aus. Ich hatte anfangs etwas Mühe, die Konstruktion zu verstehen, vielleicht auch, weil die Anleitung auf Englisch ist. Aber wenn man der Anleitung Schritt für Schritt folgt, ist es verblüffend einfach.

jac03072016_201Die Fakten
Schnittmuster: Jac Shirt von Tessuti Fabrics (PDF-Schnittmuster zum Downloaden mit Anleitung in englischer Sprache)
Stoff: graublauer Tupfenbatist (Swiss Dots) aus Baumwolle
Größe: S
Zubehör: 8 kleine, blaue Knöpfe; Nähgarn; aufbügelbare Einlage für den Kragen.
Änderungen/Anpassungen: Der Originalschnitt sieht einen Hemdkragen vor; ich habe einen Stehkragen genäht.
Fazit: Gut durchdachtes Schnittmuster, das sich flott umsetzen lässt. Das Hemd ist ein sehr bequemes Basisteil, das gut zu schmalen Hosen passt. Ich überlege, eine weitere Version zu nähen.