Langlaufen statt langsam laufen

Dieser bitterkalte Januar hat auch sein Gutes: Sonne und Schnee!

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Gestern habe ich die Laufschuhe gegen Langlaufski getauscht und war mit Herrn L. und Mademoiselle unterwegs im tiefverschneiten Winterwald.

langsamnaehen_ll220117_xcx3Im Waldviertel gibt es ausreichend Schnee, beeindruckende Wälder und gut präparierte Loipen. Und leckere Erdäpfelknödel als Labung für die hungrigen Langläufer/innen.

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Januarkleid

Mein erstes Nähprojekt heuer sollte ein (weiteres) bürotaugliches Jerseykleid sein. Material war vorhanden, nämlich ein wundeschöner schwerer Viskosejersey in Graulila – anscheinend derzeit meine Farbe. Meine Wahl fiel auf Modell 9 aus aus der Dezember-Ausgabe von Fashion Style (aka Knip).

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Das Magazin und sein holländisches Original haben, glaube ich, eine große Anhängerschaft in der Näh-Community. Meine persönlichen Erfahrungen mit den Schnittmustern aus Holland sind eher durchwachsen. Ich finde sie grundsätzlich sehr groß geschnitten. Überproportional groß, auch wenn man einrechnet, dass Fashion Style von einer Standardkörpergröße von 1,72 m ausgeht – im Gegensatz zu den bei anderen üblichen 1,68 m. Ich bin genau 1,68 m groß und meine Maße entsprechen in etwa der bei Fashion Style angegebenen Größe 36, also hätte diese Größe mit einer moderaten Längenanpassung ganz gut funktionieren sollen. Nein. Was als schnelles, unkompliziertes Nähprojekt geplant war (ein Jerseykleid, welche Passformprobleme kann’s da schon geben!), entwickelte sich zu einer Anpassungsorgie.

Außer dem vorderen Oberteil waren nahezu alle Teile zu groß: die Rockteile, der Rücken und vor allem die Ärmel. Die Ärmel! Allein den Umfang der Ärmel habe ich durchgehend um 4 cm reduziert. Und sie könnten noch immer enger sein. An den Schultern und dem hinteren Armausschnitt habe ich jeweils 1,5 cm weggenommen. Trotzdem ist am Rücken immer noch zu viel Stoff vorhanden, wie man an den Falten im Bereich der unteren Brustwirbelsäule erkennen kann.

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Ein (theoretisch) hübsches Detail ist die geschwungene Taillenaht: vorne ist sie höher als hinten. (Ha, zumindest habe ich es geschafft, dass die Nähte perfekt aufeinander treffen!)

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Allerdings funktioniert das bei einem leichten Hohlkreuz wie ich es habe nicht wirklich, denn die nach unten geschwungene hintere Taillennaht wandert immer wieder nach oben zur natürlichen Taille.

Wirklich schön ist die Kragenlösung. Aber auch hier: Der Ausschnitt laut Schnittmuster ist viel zu tief! Ich habe schon beim Abpausen des Schnittes den Schlitz um 3 cm reduziert. Beim Nähen habe ich mich dann entschieden, noch einmal knapp 3 cm weniger tief zu schneiden.  Zum Glück passt mein Kopf noch durch die Öffnung, denn einen Verschluss hat das Kleid nicht.

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Der Rock hat laut Muster seitliche, „rund verlaufende“ Einsätze. Die habe ich gleich zu Beginn verworfen. Mir waren der auffallende Ausschnitt und die geschwungene Taille schon Raffinement genug. So war die Anpassung des zu großen Rockes kein Problem: Ich habe an den Seitennähten einfach etwas enger genäht.

Nach all den Problemen mag ich das Kleid aber sehr gern. Ich habe es letzte Woche schon zwei Mal ausgeführt und es hat viele Komplimente bekommen.

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Die Fakten
Schnittmuster: Modell Nr. 9 aus Fashion Style Dezember 2016 (das Titelmodell)

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Stoff: 2m fester Viskosejersey in Graulila von Komolka
Größe: 36 (als Ausgangsbasis)
Zubehör: Nähgarn
Änderungen/Anpassungen: von oben nach unten

  • Schultern um ca. 1,5 cm verschmälert
  • Ausschnitt etwa 6 cm weniger tief
  • Brustabnäher 1 cm nach unten versetzt (Standardänderung)
  • Hinterer Armausschnitt um 1,5 cm reduziert (= oberen Rücken verschmälert)
  • Ärmel um 4 cm enger genäht
  • Rockteile in einem Stück zugeschnitten, seitliche Rockeinsätze verworfen
  • Rock an den Seitennähen um jeweils ca. 1 cm enger genäht

Fazit: Das Kleid ist an sich unkompliziert zu nähen und wäre, wenn denn die Größe passte, schnell geschneidert. Ich fürchte, Fashion Style und ich, das wird keine große Liebe mehr!

 

Gestrickt: Harvest Cardigan. Und ein paar Überlegungen zum Nähbloggen

Ein glückliches Neues Jahr der Handvoll LeserInnen, die ab und zu hier vorbeikommen! Ich wünsche euch alles Gute und viel Erfolg bei allem, was ihr 2017 so vorhabt! Vielen Dank, dass ihr gelegentlich hier mitlest!

Da Jahr 2016 war für mich (wie für so viele andere) sehr unerfreulich und anstrengend. Hier in meinem kleinen Mikrokosmos genauso wie draußen in der großen weiten Welt. (Ach, wir ÖsterreicherInnen haben es um Haaresbreite geschafft, uns nicht aus der zivilisierten Welt hinauszukatapultieren …) Zu Jahresende war ich müde und erschöpft. Im Weihnachtsurlaub habe ich beschlossen, 2017 meinen Alltag ein bisschen zu vereinfachen, das eine oder andere einfach sein zu lassen und mich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich wichtig sind (vor allem beruflich) oder Spaß machen. Oder im Idealfall beides.

Mein Nähblog war eins der ersten Dinge, die ich streichen wollte, weil das Bloggen durchaus zeitaufwändig ist: halbwegs ordentliche Fotos machen und einigermaßen informative Texte schreiben, das dauert eben. Und die Zeit, diesen Blog wirklich zu pflegen, Kommentare bald freizugeben und vielleicht sogar darauf zu reagieren, bei anderen zu kommentieren etc., hatte ich bisher schon nicht.

Ich habe mich dann entschieden, „Langsam nähen“ doch noch nicht in den Ruhestand zu schicken:

  • Der Blog feiert heuer im November seinen 5. Geburtstag! Wer hätte das gedacht! Mindestens bis zu diesem Jubiläum möchte ich doch durchhalten.
  • Ich fotografiere wirklich gern und möchte mich durch praktisches Üben verbessern – ohne großen Ehrgeiz, die ganze Technik des Fotografierens zu lernen.
  • So sehr ich mich über alle, die hier mitlesen, freue, ist dieser Blog doch vor allem mein persönliches Nähtagebuch. Hier halte ich fest, was ich genäht habe, wie es mir dabei ergangen ist, welche Änderungen und Anpassungen bei welchem Schnittmuster und welchem Stoff notwendig waren und was sonst noch zum jeweiligen Projekt anzumerken ist.

Besonders der letzte Aspekt ist mir wichtig. Damit der Blog diese Funktion als informatives und hilfreiches Nähtagbuch erfüllen kann, möchte ich in Zukunft meine Nähprojekte und den Abreitsprozess noch ausführlicher beschreiben und so viele Daten festhalten wie möglich. Solche Nähblogs lese ich eigentlich auch am liebsten. Mal schauen, ob mir das gelingt.

Und warum habe ich bisher eigentlich so selten meine Strickprojekte gezeigt? Die möchte ich hier in Zukunft auch dokumentieren. Deshalb gibt es nun die neue Kategorie:

Langsam stricken

langsamnaehen_harvestjan17_x1Den Beginn macht der Harvest Cardigan von Tin Can Knits. Harvest ist eine schlichte, verschlusslose Strickjacke:

Harvest is a very simple seamless cardi knit from the top down, with no finishing required.

Begonnen wird also am Kragen. Mit Raglanzunahmen arbeitet man sich Richtung Schultern. Danach werden die Ärmel direkt daran gestrickt und zum Schluss der Körper bis hinunter zum Saum. Am Ende hat man also die komplette Jacke auf der Nadel. Das ist ganz schön voluminös und sicher nichts für unterwegs. Andererseits spart man sich beim gemütlichen Stricken auf dem Sofa eine Decke. Am Saum angekommen wird abgekettet und die Jacke ist fertig. Und passt hoffentlich.

langsamnaehen_harvestjan2017_x2Bei mir war die fertige Jacke einen Hauch zu klein. Nach tagelangem Hadern mit meinem Schicksal habe ich sie wieder aufgeribbelt und alles noch einmal gestrickt.  Jetzt passt der Cardi und ich bin froh, dass ich mich zum Aufribbeln und Neustricken durchgerungen habe.

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Die Fakten
Strickmuster: Harvest Cardigan von Tin Can Knits (gratis zum Downloaden in Englisch)
Größe: M/L
Garn: Cool Wool Big (100% Merinowolle) in Flieder/Dunkelviolett meliert von Lana grossa (10 Knäuel)
Nadeln: 4mm/5mm
Besonderheiten/Änderungen: Ich habe die Jacke ohne Änderungen nach der (übrigens sehr guten) Anleitung gestrickt.

Ich merke schon, das Bloggen wird durch meine Vorsätze nicht gerade weniger zeitaufwändig. Das Ergebnis gefällt mir aber gut, also zahlt sich der Aufwand vielleicht aus. Mal sehen!

Langsam laufen bei Minusgraden

Minus 4° hat es heute Vormittag beim ersten Lauf im Neuen Jahr. See und Zufluss sind zum größten Teil zugefroren.

Zugefrorener Bach Januar 2017

Eisdecke auf Bach Januar 2017

Winterlicher Wienerwaldsee Januar 2017

Darüber aber wölbt sich ein tiefblauer Winterhimmel.

Blauer Winterhimmel Januar 2017

Ich hoffe, dieses strahlende Winterwetter bleibt noch etwas länger. So ließe sich der lange, lange Januar einigermaßen aushalten.

Eisdecke mit Rissen Januar 2017

There is a crack in everything. That’s how the light gets in.
(Leonard Cohen)