Pyjamas – lang & kurz

Pyjamahosen sind sehr befriedigende Nähprojekte, finde ich! Sie sind einfach und schnell zu nähen, kaum passformsensibel und benötigen wenig Material. Und sie sind praktische Kleidungsstücke, die wirklich Nacht für Nacht getragen werden! Zumindest gilt das für die Pyjamahosen, die ich in den letzten Wochen genäht habe. Ich hatte Mühe, alle vier Teile in ansehnlichem, gewaschenen und einigermaßen faltenfreien Zustand für die Fotos parat zu haben.  (In Wahrheit fehlt eine, die fünfte – oder eigentlich die erste, die Pilotversion der langen Pyjamahose. Die ist derzeit in Gebrauch …)

Mein bevorzugtes Schnittmuster für eine schnelle und bequeme Pyjamahose ist aus der Zeitschrift Meine Nähmode 5/2014 (= Simplicity 9505, ein offenbar nicht mehr lieferbarer Schnitt). Die Hose hat nur ein Schnittteil, besitzt daher keine Seitennähte. Pyjama Nr. 1 (oben) ist aus einem sehr girly-haften, wild gemusterten Baumwollstoff, der vor etwa zwei Jahrzehnten als Vorhang das Kinderzimmer meiner Tochter zierte. Pyjama Nr. 2 (unten) ist aus einem zartlila Quiltstoff aus Baumwolle.

Die Hose ist super schnell genäht – inklusive Zuschnitt brauche sogar ich als Nähschnecke keine Stunde dafür.

Fast genauso schnell sind die City Gym Shorts geschneidert. Diese Shorts habe ich schon einmal für meine Tochter genäht. Bei diesem Schnittmuster sind nur die Einfassungen mit Schrägband ein bisschen aufwändig. Varinate Nr. 1 ist etwas zu groß geraten (Größe L) und sitzt luftig, was aber nicht wirklich stört.

Für Varinate Nr. 2 habe ich Größe M gewählt. Diese Shorts sitzen knapper, aber durch den weichen Stoff trotzdem bequem. Beide Hosen sind übrigens aus Baumwolle: Varinate Nr. 1 aus dichter gewebter Popeline mit selbstgemachtem Schrägband in hellblauem Vichykaro, Varinate Nr. 2 aus einem weichen Quiltstoff mit gekauftem weißen Schrägband.

Beide Shorts haben mir in diesem Sommer schon treue Dienste geleistet – nicht nur als Schlafkleidung, sondern auch beim Yoga, auf dem Weg zum Pool, bei der Gartenarbeit oder einfach zum Rumlümmeln auf dem Sofa.

Die Pyjamahosen haben Maschinenstickerei als Markierung an der hinteren Bundinnenseite, damit ich sie nicht versehentlich verkehrt herum anziehe. Die zartlila Hose hat wegen Stoffmangels am Beinabschluss Bündchen in einem farblich passenden Streifenstoff.

Die Fakten
Schnittmuster Pyjamahose: Meine Nähmode 5/2014, d.h. Simplicity 9505
Größe: Im Heft steht als kleinste Größe 40/42 zur Verfügung; ich habe entsprechend meinen Maßen auf ca. Größe 38 verkleinert.
Stoffe & Zubehör: leichte Baumwollstoffe, Nähgarn, Gummiband für den Bund.

Schnittmuster Shorts: City Gym Shorts von Purl Soho (PDF-Download gratis)
Größe: Varinate Nr. 1 ist Größe M, Variante Nr. 2 ist Größe S.
Stoffe & Zubehör: leichte Baumwollstoffe, Nähgarn, Schrägband, Gummiband für den Bund.

Apropos Pyjamas:
Witness2Fashion hat einen interessanten Beitrag über Pyjamas in den 1920er Jahren, die nicht nur als Schlafbekleidung en vogue waren. Und Amercian Age of Fashion schreibt darüber, wie dieser Trend etwa ein Jahrzehnt später auch im Modeangebot des Versandhandels angekommen ist: “Work in them, sleep in them, they are always comfortable.”