Dekorative Resteverwertung

Was tun mit kleinen Stoffresten? Bei Stoffen, die ich besonders mag, fällt es mir schwer, Reste einfach wegzuwerfen. Selbst wenn die Reststücke klein sind. In einer Patchworkdecke, so dachte ich, kann ich die Restchen von Lieblingsstoffen sinnvoll verwerten und ausstellen.

Diese Decke ist als Dekoration für eine kahle, weiße Wand im Schlafzimmer entstanden. Anregung dafür war dieser wunderschöne Quilt von Allison von Cluck Cluck Sew. Für die Oberseite habe ich ausschließlich Reststückchen verschiedener Lieblingsstoffe verwendet; die weißen Teile steuerte ein alter Polsterbezug bei. Jeweils ein buntes und ein weißes Dreieck ergänzen sich zu einem Quadrat. (Wie die Quadrate gefertigt werden, erkläre ich am Ende des Posts.) Den blauen Stoff für die Umrandung habe ich extra dazu gekauft. Genäht habe ich die Deckseite schon im August. Seitdem hat der Quilt auf die Fertigstellung gewartet!

Letztes Wochenende habe ich mich aufgerafft und Füllung sowie die Rückseite ergänzt. Als Füllung habe ich ein nicht sehr dickes Volumenvlies verwendet, das sich schon seit Jahren in meinem besitz befindet. Ich weiß gar nicht, woher es ursprünglich kam. Die Rückseite ist eine Leinen-Baumwollmischung in Olivgrün mit braunen Lebkuchenherzchen; der Stoff stammt aus dem Bestand meiner Schwiegermutter. Das „Binding“ ist aus goldgelbem Baumwollstoff. Der fertige Quilt misst ca. 130 x 110 cm.

Vor dem Quilten (mit der Maschine) hatte ich großen Respekt und habe deshalb nur wenige senkrechte Nähte gesteppt. Auch nach so vielen Jahren Nähpraxis kann ich keine geraden Nähte nähen, schon gar nicht mehrere parallel.

Inzwischen tut es mir Leid, dass ich so ängstlich war: Perfektion ist ja nicht nötig und ein paar krumme Steppnähte hätten nicht gestört. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis aber sehr zufrieden. Jetzt muss das Prachtstück nur noch an der Wand befestigt werden.

How to: Quadrate aus Dreiecken erstellen

Für die Quadrate, die aus zwei verschiedenen Stoffen bestehen, muss man keine Dreiecke schneiden und zusammen nähen!

Zwei gleichgroße Quadrate aus zwei verschiedenen Stoffen zuschneiden, und zwar etwas größer als die gewünschte Größe des fertigen Vierecks.

Mit den rechten Seiten aufeinander legen, mit Stecknadeln fixieren und die Diagonale markieren. Ich habe eine Linie mit Bleistift gezogen.

Jetzt auf beiden Seiten der markierten Diagonale eine Naht setzen. Die Enden mit Rückstichen sichern.

Ich habe mit ca. 5 mm Abstand zur Bleistiftlinie genäht. 

Nun entlang der markierten Diagonale (= Bleistiftlinie) mit dem Rollschneider durchscheiden.

Das Ergebnis sind zwei gleiche zweifarbige Quadrate.

Die Quadrate bügeln. Dabei die Nahtzugabe entweder auseinender oder in die Richtung des dunkleren Stoffes bügeln. Die Quadrate mit dem Rollschneider auf die gewünschte Größe zuschneiden.

Die zweifarbigen Vierecke können zu vielen Mustern kombiniert werden, zum Beispiel Rauten, Chevrons und Fischgrätmuster.

In meinem Kopf formen sich schon hunderte von interessanten Farb- und Mustervariationen. Das Patchworken hat ein hohes Suchtpotenzial!