Gestrickt: Freyja Sweater

Der Frühling kommt! Der Garten steht quasi in den Startlöchern, die Vögel sind schon ganz aufgeregt. Und ich habe mir einen Frühlingspullover gestrickt.

langsamnaehen_freiya0217xp234fgx_1Freyja Sweater ist ein Strickmuster von Courtney Kelley, das über Ravelry gratis zum Download verfügbar ist.  Ich mag die hübsche, aber nicht zu üppige Fair-Isle-Passe.

langsamnaehen_freiya0217xp5630gx_2Der Sweater ist in einem Stück gestrickt, lediglich unter der Achsel muss ein kleines Stück genäht werden. Ich verabscheue das Zusammennähen von Strickstücken aus tiefster Seele; deshalb bevorzuge ich Teile, die in einem Stück zu stricken sind – auch wenn Anpassungen dabei viel schwieriger sind.

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Der Pullover sitzt körpernah. Er wird durch Ab- und Zunahmen an der Seite leicht tailliert. Im Rücken werden unterhalb der Musterpasse verkürzte Reihen eingefügt, damit der Ausschnitt hinten höher sitzt als vorn.

langsamnaehen_freiya0217_xfg334gf_6Die Fakten
Strickmuster: Freyja Sweater von Courtney Kelley über Ravelry
Garn: Drops Flora (65% Wolle, 35% Alpaca) in Farbe Beige Mix (Hauptfarbe) sowie Koralle, Gelb, Grün und Jeansblau.
Größe: 36
Änderungen/Anpassungen: Ich habe ca. 2cm Länge zugegeben. Außerdem habe ich die Bündchen in Rippen- statt Perlmuster gestrickt, allerdings weniger aus Präferenz als wegen schlampigen Lesens der Anleitung.

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Gestrickt: Harvest Cardigan. Und ein paar Überlegungen zum Nähbloggen

Ein glückliches Neues Jahr der Handvoll LeserInnen, die ab und zu hier vorbeikommen! Ich wünsche euch alles Gute und viel Erfolg bei allem, was ihr 2017 so vorhabt! Vielen Dank, dass ihr gelegentlich hier mitlest!

Da Jahr 2016 war für mich (wie für so viele andere) sehr unerfreulich und anstrengend. Hier in meinem kleinen Mikrokosmos genauso wie draußen in der großen weiten Welt. (Ach, wir ÖsterreicherInnen haben es um Haaresbreite geschafft, uns nicht aus der zivilisierten Welt hinauszukatapultieren …) Zu Jahresende war ich müde und erschöpft. Im Weihnachtsurlaub habe ich beschlossen, 2017 meinen Alltag ein bisschen zu vereinfachen, das eine oder andere einfach sein zu lassen und mich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich wichtig sind (vor allem beruflich) oder Spaß machen. Oder im Idealfall beides.

Mein Nähblog war eins der ersten Dinge, die ich streichen wollte, weil das Bloggen durchaus zeitaufwändig ist: halbwegs ordentliche Fotos machen und einigermaßen informative Texte schreiben, das dauert eben. Und die Zeit, diesen Blog wirklich zu pflegen, Kommentare bald freizugeben und vielleicht sogar darauf zu reagieren, bei anderen zu kommentieren etc., hatte ich bisher schon nicht.

Ich habe mich dann entschieden, „Langsam nähen“ doch noch nicht in den Ruhestand zu schicken:

  • Der Blog feiert heuer im November seinen 5. Geburtstag! Wer hätte das gedacht! Mindestens bis zu diesem Jubiläum möchte ich doch durchhalten.
  • Ich fotografiere wirklich gern und möchte mich durch praktisches Üben verbessern – ohne großen Ehrgeiz, die ganze Technik des Fotografierens zu lernen.
  • So sehr ich mich über alle, die hier mitlesen, freue, ist dieser Blog doch vor allem mein persönliches Nähtagebuch. Hier halte ich fest, was ich genäht habe, wie es mir dabei ergangen ist, welche Änderungen und Anpassungen bei welchem Schnittmuster und welchem Stoff notwendig waren und was sonst noch zum jeweiligen Projekt anzumerken ist.

Besonders der letzte Aspekt ist mir wichtig. Damit der Blog diese Funktion als informatives und hilfreiches Nähtagbuch erfüllen kann, möchte ich in Zukunft meine Nähprojekte und den Abreitsprozess noch ausführlicher beschreiben und so viele Daten festhalten wie möglich. Solche Nähblogs lese ich eigentlich auch am liebsten. Mal schauen, ob mir das gelingt.

Und warum habe ich bisher eigentlich so selten meine Strickprojekte gezeigt? Die möchte ich hier in Zukunft auch dokumentieren. Deshalb gibt es nun die neue Kategorie:

Langsam stricken

langsamnaehen_harvestjan17_x1Den Beginn macht der Harvest Cardigan von Tin Can Knits. Harvest ist eine schlichte, verschlusslose Strickjacke:

Harvest is a very simple seamless cardi knit from the top down, with no finishing required.

Begonnen wird also am Kragen. Mit Raglanzunahmen arbeitet man sich Richtung Schultern. Danach werden die Ärmel direkt daran gestrickt und zum Schluss der Körper bis hinunter zum Saum. Am Ende hat man also die komplette Jacke auf der Nadel. Das ist ganz schön voluminös und sicher nichts für unterwegs. Andererseits spart man sich beim gemütlichen Stricken auf dem Sofa eine Decke. Am Saum angekommen wird abgekettet und die Jacke ist fertig. Und passt hoffentlich.

langsamnaehen_harvestjan2017_x2Bei mir war die fertige Jacke einen Hauch zu klein. Nach tagelangem Hadern mit meinem Schicksal habe ich sie wieder aufgeribbelt und alles noch einmal gestrickt.  Jetzt passt der Cardi und ich bin froh, dass ich mich zum Aufribbeln und Neustricken durchgerungen habe.

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Die Fakten
Strickmuster: Harvest Cardigan von Tin Can Knits (gratis zum Downloaden in Englisch)
Größe: M/L
Garn: Cool Wool Big (100% Merinowolle) in Flieder/Dunkelviolett meliert von Lana grossa (10 Knäuel)
Nadeln: 4mm/5mm
Besonderheiten/Änderungen: Ich habe die Jacke ohne Änderungen nach der (übrigens sehr guten) Anleitung gestrickt.

Ich merke schon, das Bloggen wird durch meine Vorsätze nicht gerade weniger zeitaufwändig. Das Ergebnis gefällt mir aber gut, also zahlt sich der Aufwand vielleicht aus. Mal sehen!

Mützen stricken zwischen den Jahren

Auf der Suche nach einfachen, hübschen Strickmustern für Mützen bin ich kurz vor Weihnachten auf Koolhaas von Jared Flood gestoßen. Es war Liebe auf den ersten Blick, obwohl Koolhaas keineswegs einfach zu stricken ist (und für ein Mützenstrickmuster auch nicht gerade billig). Inzwischen habe ich Koolhaas 3x gestrickt, kann das anspruchsvolle Muster auswendig und bin sehr, sehr angetan.

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Koolhaas Nr. 1 aus blauer Sockenwolle (75% Schurwolle, 25% Polyacryl von Schachenmayr) war das Probestück. Die Anleitung empfiehlt, mit einer kurzen Rundstricknadel zu arbeiten – und das ist ein weiser Rat. Ich besitze keine Rundstricknadeln in passender Länge und habe mit einem Nadelspiel gestrickt. Mit der notwendigen Hilfsnadel waren daher oft insgesamt 6 Nadeln auf einmal zu meistern! Keine einfache Sache, ich hätte eine oder zwei zusätzliche Hände brauchen können.

Koolhaas Nr. 2 ist aus grauer Merinowolle (von Lana Grossa) und war ein Geschenk für Herrn L. Dieses Exemplar ist etwas größer und länger, denn Herr L. hat einen großen Schädel und herkömmliche Mützen sind meistens zu kurz, um seine Ohren komfortabel zu bedecken.

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Die dritte Version ist mein Lieblingmodell, aus naturfarbener Wolle, eine Alpaca-, Babykamel- und Merinomischung (von Atelier Zitron), herrlich weich und warm.

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Koolhaas* ist eine tolle Mütze! Sie sieht gut aus, sitzt durch das elastische Muster stets perfekt und ist lang genug, um die Ohren zu wärmen. Für $ 8,40 bekommt man das PDF-Strickmuster auf Englisch und auf Deutsch, aber Achtung: Die deutschsprachige Anleitung ist ab den Abnahmen für die Mützenrundung  (Seite 3, 2. Spalte oben) zum Teil fehlerhaft!

* Benannt ist die Mütze übrigens nach dem niederländischen Architekten Rem Koolhaas, einem der Planer der Seattle Central Library – die Inspiration für das Strickmuster.