Ein Probekleid

Für gewöhnlich verzichte ich darauf, ein Kleidungsstück zur Probe zu nähen. Dafür bin ich viel zu ungeduldig. Ich wollte aber schon seit längerem ein japanisches Schnittmuster ausprobieren, war jedoch wegen der Proportionen unsicher. Ein Mangel an Stoffen herrscht auch nicht, seit ein Teil des Stoffvorrats meiner Schwiegermutter bei mir gelandet ist.

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Jerseykleid in Blau-Melange

In der letzten Ausgabe des Ottobre-Magazins – Herbst/Winter 5/2017 – ist mir angenehm aufgefallen, dass ein Teil der vorgestellten Modelle mit mehreren Fotos und in verschiedenen Ansichten vorgestellt wurden. Das kommt ja in Näh- und ganz generell Modezeitschriften nicht sehr häufig vor. In der Regel müssen wir uns mit einem Bild pro Modell begnügen. (Und manchmal ist dieses eine Bild wenig aussagekräftig oder regelrecht irreführend …)

Jerseykleid Modell 18 aus Ottobre-Woman 5/2017

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Jerseykleid fürs Reisen

Für längere Autofahrten, besonders bei höheren Temperaturen, haben sich Jerseykleider außerordentlich bewährt. Nichts engt ein, das Knittern hält sich in Grenzen und wenn man aus dem Auto steigt, sieht man in der Regel immer noch ganz passabel aus. Mein neuestes Reisekleid ist aufgrund der Farbe und des simplen Schnittes sehr, sehr langweilig, aber gerade deshalb ungemein praktisch.

Das Schnittmuster ist „Twig“, Modell Nr. 1 aus Ottobre 2/2015, im Original mit langen Ärmeln. Das Kleid ist eher lose geschnitten und hat überhaupt keine interessanten Details – außer die kleinen Taschen mit halbrunden Tascheneingriffen (siehe Bild unten).

Das Kleid fällt weiter als ich das nach der technischen Zeichnung und der Umsetzung im Heft vermutet hätte. Außerdem ist es sehr kurz: Ich habe 3 cm am Saum zugegeben und finde es noch immer grenzwertig.

So sehr ich Taschen an Kleidungsstücken schätze, bei „Twig“ sind sie leider nicht gelungen: Die Taschenbeutel hängen innen lose und tragen daher an einer ungünstigen Stelle ziemlich auf.

Getragen wird das braune „Twig“ trotzdem: Es ist zwar schlicht, aber unschlagbar komfortabel. Und mit ein paar Accessoires lässt es sich einfach aufwerten – z.B. mit Kimonojacke und edlem Schuhwerk.

Die Fakten
Schnittmuster: „Twig“, Modell Nr. 1 aus Ottobre-Magazin 2/2015


Größe: 38
Stoff: Baumwolljersey in Graubraun.
Zubehör: braunes Nähgarn, Seidenbändchen zur Stabilisierung der Schulternähte.
Änderungen: Die langen Ärmel des Schnittmusters habe ich gekürzt. Außerdem wurde das Kleid um 3 cm verlängert.
Nähdauer: ca. 2 Stunden.
Fazit: Schnell genäht, schlicht und praktisch. Sollte ich das Kleid noch einmal nähen, würde ich die Taschen weglassen oder eine andere Taschenlösung wählen.

Heather hält, was sie verspricht

Heather ist eine neues Schnittmuster von Sew over it (UK), das mir auf den ersten Blick sehr vielversprechend erschien: ein schlichtes, leicht ausgestelltes Jerseykleid mit interessanten Teilungsnähten, langen Ärmeln und – wichtig – großen Taschen. Das musste ich ausprobieren. Leider gibt es Heather nur als PDF. Vor dem Nähen stand also das Ausdrucken und Zusammenkleben des Schnittmusters auf dem Programm – nichts, was ich gern mache!

langsamnaehen_heath201216_xf1Das eigentliche Nähen dagegen ging flott und problemlos. Die Schnittteile passen hervorragend zusammen, auch wenn mit den Passmarken an manchen Stellen etwas nicht zu stimmen scheint. (Vielleicht habe ich aber auch schlampig abgepaust.) Das besondere an Heather sind das jeweils 3-geteilte Vorder- und Rückenteil – in der technischen Zeichnung gut zu erkennen.

langsamnaehen_heath201216_technzDie Taschen sind in die Teilungsnähte des Vorderteils eingearbeitet. Am Foto sind diese Details nur schwer zu erkennen.

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Hinten könnte meine Heather-Version eine Hohlkreuz-Anpassung vertragen: Je nach Pose sammelt sich mehr oder weniger überflüssiger Stoff im Bereich des Kreuzbeins.

langsamnaehen_heath201216_xf2Die Ärmel sind sehr eng geschnitten. Es mag aber sein, dass das nur bei meinem sehr festen, wenig elastischen Jersey grenzwertig ist. Der Stoff ist ein eher dicker, doppellagiger Viskose-Polyester-Jersey in Mittelblau mit schwarzem Fischgrätmuster. Das ist erstaunlich vielseitig und funktioniert zum Beispiel sehr gut mit der blauen Gobelin-Jacke.

langsamnaehen_heath201216_vc1Häufiger trage ich das Kleid jedoch so – mit Strickjacke und Halstuch. Und den Händen in den Taschen!

langsamnaehen_heath201216_vc2Die Fakten
Schnittmuster:
Heather Dress von Sew over it (PDF zum Downloaden, £ 7,00)
Stoff: doppellagiger Jersey aus Viskose und Polyester, außen blau gemustert, innen einfarbig schwarz.
Größe: 10 (UK)
Zubehör: Nähgarn.
Änderungen/Anpassungen: keine.
Fazit: Heather hält im Großen und Ganzen, was sie verspricht: Kleidsam, angenehm und bequem zu tragen. Durch den dicken Jersey herrlich warm.

Kleid oder Nachthemd?

Ein Jerseykleid – bequem, aber nach Möglichkeit doch bürotauglich – sollte es werden, geworden ist es aber eher ein Nachthemd. Zumindest auf den ersten Blick …

langsamnaehen_142016_jkl01Die Stoffwahl – getupfter Baumwolljersey – trägt zur Anmutung von Nachtbekleidung erheblich bei, vermute ich. Mit Strümpfen und Schuhen schaut das Kleid aber dann doch ganz passabel aus.

langsamnaehen_142016_jkl04Die obere Hälfte des Kleides ist ein Schnittmuster aus dem Ottobre-Magazin 5/2016: Modell Nr. 12 „Jazzy Jacquard“. Mir gefiel das Schulterdetail: das Rückenteil ist an der Schulter etwas länger geschnitten und zieht sich bis nach vorn. Der Ausschnitt hat eine schöne, angenehme Form – nicht zu tief, aber auch nicht zu hochgeschlossen. Er ist möglicherweise ein wenig zu breit, zumindest bei meinen schmalen Schultern, sodass Unterwäsche schon einmal hervorblitzen kann.

langsamnaehen_142016_jkl02Die Brustabnäher sind ein weiteres hübsches Detail. Allerdings sind sie zu lang, was leider erst am fertigen Kleidungsstück so richtig deutlich wurde. Beim nächsten Mal …

Die Ansicht von hinten ist schlicht und unspektakulär.

langsamnaehen_142016_jkl07Mit Jeansjacke drüber taugt das „Nachthemd“ tatsächlich auch fürs Büro.

langsamnaehen_152016_jkl08Die Fakten
Schnittmuster: Modell 12 aus Ottobre-Magazin 5/2016 mit alternativem Rockteil in A-Linie (selbst konstruiert).

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Stoff: Baumwolljersey in Hellgrau mit feinen dunkelgrauen Punkten
Größe: 36
Zubehör: Nähgarn
Änderungen/Anpassungen: Oberteil um 1 cm verlängert.
Nähdauer: ca. 2,5 Stunden inkl. Zuschnitt.

Streifenkleid

Die Kombination von Querringel am Oberteil und diagonalem Streifenverlauf am Rockteil habe ich bei einem Kleid in einem Schaufenster gesehen. Das wollte ich nachnähen.

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Den gestreiften Baumwolljersey hatte ich im Stoffvorrat. Das Schnittmuster ist ein einfaches Top, das ich schon mehrfach genäht habe (Modell Nr. 19 aus Ottobre 5/2010), und ein simpler Rock in A-Linie (selbstkonstruiert).

An den Seiten treffen die Streifen fast perfekt aufeinander!

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Hals- und Armausschnitte sind mit Bündchen aus dem gleichen Streifenjersey versäubert. Dazu falte ich einen passenden Stoffstreifen längs und nähe ihn – leicht gedehnt an der rechten Seite des Ausschnitts fest; alle offenen Kanten liegen dabei übereinander. Dann klappe ich den Streifen nach oben, sodass die Nahtzugaben alle nach innen schauen, und steppe diese knappkantig ab. (Im Prinzip genauso wie in diesem Tutorial von Farbenmix.)

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Die Fakten
Schnittmuster: Top Modell 19 aus Ottobre 5/2010 und selbstkonstruierter Rockschnitt
Stoff: Baumwolljersey in Schwarz und Grau
Zubehör: Nähgarn
Größe: etwa 36
Nähdauer: ca. 2 Stunden
Fazit: Praktisches Kleid für den Urlaub!

Zweite Auflage

Die zweite Version des Reisekleids mag ich eigentlich noch lieber als die erste.

petrolkleid_06072016_101Ich mag einfarbige Kleider an mir sehr gern. Und dieses hier hat noch dazu eine meiner Lieblingsfarben: Petrol.

petrolkleid_06072016_102Es ist das perfekte Sommerkleid: Reinschlüpfen, gut aussehen und sich den ganzen Tag wohlfühlen. Waschen, trocknen und direkt von der Leine wieder reinschlüpfen.

petrolkleid_06072016_103Die Fakten:
Schnittmuster: Oberteil Shirt „Linnea“ aus Ottobre 2/2010, Rockteil selbst konstruiert.
Stoff: Viskosejersey
Größe: 36
Nähdauer: ca. 1,5 Stunden