Numero zwei

Mit Ankündigungen oder Absichtserklärung im (Näh)Blog sollte man ja vorsichtig umgehen.  „Ich nähe gleich noch eines!“ schreibt sich in der Begeisterung schnell. Aber dann kommen andere Projekte oder schlicht das Leben dazwischen und auf die Ankündigung folgt – nichts. Ich bin sicher nicht die einzige Nähbloggerin, der so etwas schon passiert ist …

Hemdbluse Numero zwei habe ich aber tatsächlich genäht. Und zwar wirklich gleich nach der ersten Bluse.

Numero zwei ist also schon seit einiger Zeit fertig und wurde schon mehrmals getragen. Und sehr oft gewaschen, denn beim Fertigstellen, wirklich bei den allerletzten Nähten, ist es mir unter ungeklärten Umständen gelungen, einen dicken Fettfleck sehr prominent auf dem Kragen zu platzieren. Erst Bearbeitung mit Gallseife und Geschirrspülmittel und mehrere Durchgänge in der Waschmaschine haben den Fleck verschwinden lassen.

Ausgangsmaterial war dieses Mal ein feiner Batist aus 100% Baumwolle. Auf den Bildern wirkt die Farbe fast khaki; in Wirklichkeit ist es eher ein verblasstes, gräuliches Nougatbraun.

Bei der ersten Version habe ich die Taillenabnäher weggelassen, bei Numero zwei habe ich die hinteren Abnäher genäht. Das gibt ein kleines bisschen mehr Form. Die Passform ist aber immer noch eher weit und lose. Genäht war die Hemdbluse recht flott: Kragen und Ärmelschlitze habe ich dieses Mal schon ohne Anleitung geschafft. Innen sind wieder alle Nähte als französische Nähte gearbeitet.

Die Fakten
Schnittmuster: Modell Nr. 5 aus Ottobre 2/2006

langsamnaehen_ottobre22006_ccvxfxStoff: feiner Batist aus 100% Baumwolle in Graubraun
Größe: 38
Zubehör: Nähgarn; 11 kleine Knöpfe; leichte, aufbügelbare Einlage (Vlieseline H180) für Kragen und Manschetten.
Änderungen/Anpassungen: Die Taillenabnäher vorne weggelassen; Schultern um ca. 1 cm verschmälert; Ärmel um 1, 5 cm verkürzt.
Fazit: Ich mag die Bluse sehr und hab sie schon mehrmals getragen.

Streifenshirts

Lohnt es sich, Shirts selber zu nähen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich Streifenshirts sehr gern mag und einen hübschen Streifenjersey einfach mitnehmen muss, wenn ich einen finde.

langsamnaehen_streifenshirtws_ffxh1Das Schnittmuster ist aus einem älteren Ottobre-Magazin; der Jersey ist aus Baumwolle.

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Die Ärmelbündchen sind eher unfreiwillig entstanden: Ich habe übersehen, dass das Schnittmuster 3/4-Ärmel vorsieht. Um die fehlende Länge auszugleichen, habe ich die Bündchen angefügt. Sie haben mir dann so gut gefallen, dass ich sie beim zweiten Shirt übernommen habe.

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Das selbe Schnittmuster, etwas festerer Jersey aus Biobaumwolle. Ich mag den gerundeten Saum; er ist mit der Zwillingsnadel genäht.

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Die Fakten
Schnittmuster: Mod. 1 aus Ottobre-Magazin 2/2013

ottobre22013_shirtStoffe: zwei verschiedene Baumwolljerseys
Größe: 36
Änderungen: Der Ausschnitt des Shirts ist eher breit, daher habe ich ihn etwas schmäler zugeschnitten. Ich habe Bündchen am Ärmel hinzugefügt und so die 3/4-Ärmel auf Langarm verlängert. Die Brusttasche habe ich weggelassen; ich mag Brusttaschen nicht besonders.
Fazit: Wenn der nächste Streifenjersey meinen Weg kreuzt, nähe ich wahrscheinlich wieder eines.

Hochsommerlich

Ärmellose Tops und Short passen zu den hohen Temperaturen des Hochsommers.

langsamnaehen_kate182016_11Ich habe zwei Tops nach dem Schnittmuster „Kate Top“ von Tessuti Fabrics genäht, und zwar die Variante mit dem hohen Ausschnitt. Version Nr. 1 ist aus hellblauem, feinen Leinen.

langsamnaehen_kat182016_01Dieses Top war einmal ein Kleid, das ich ganz gern getragen (aber nie hier vorgestellt) habe. Das Leinen ist oft gewaschen und daher ganz weich. Ich habe das Top versehentlich in Größe XS zugeschnitten, trotzdem ist es wegen des zarten, nachgiebigen Stoffes eher weit. Der Ausschnitt ist zu breit geraten und steht ein wenig nach vorn ab. Gerade die schmale, hochgeschlossene Ausschnittform war es, die mich am „Kate Top“ angesprochen hat; die ist aber bei meiner Version verloren gegangen.

langsamnaehen_kate182016_02Den vorgesehenen Knopfverschluss am Nacken konnte ich mir auch sparen. Durch das Recycling des Kleides war es nicht möglich, Vorder- und Rückenteil wie vorgesehen im Stoffbruch zuzuschneiden. So hat mein Top jeweils eine Längsnaht in der vorderen und rückwärtigen Mitte. Ein hübsches Detail des Schnittmusters sind die kleinen Seitenschlitze, die als Briefecken gearbeitet werden. Eine raffinierte und saubere Lösung, die bei Schnittmustern von Tessuti Fabrics öfters auftaucht (z.B. beim Jac Shirt).

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„Kate“ Nr. 2 ist aus leichter Baumwolle, ein Quiltstoff wahrscheinlich, der schon seit ein paar Jahren in meinem Stoffvorrat auf seine Verwendung gewartet hat. Nach den Erfahrungen mit Version Nr. 1 habe ich bei dieser Variante jeweils ca. 1 cm in der vorderen und hinteren Mitte herausgenommen. Der Baumwollstoff ist aber weit weniger nachgiebig als das alte Leinen, deshalb sitzt das Top nun etwas knapp. Die Ausschnittform entspricht aber jetzt dem ursprünglichen Design und gefällt mir ausgesprochen gut.

langsamnaehen_kate282016_01Im Rücken der hübsche Verschluss mit einem kleinen Knopf.

langsamnaehen_kate282016_02„Kate“ Nr. 1 ist mit Schrägband aus dem gleichen Leinenstoff eingefasst. „Kate“ Nr. 2 ist mit pinkfarbenen Baumwollschrägband verstürzt – eine elegante und saubere Lösung.

langsamnaehen_kate182016_122„Kate“ Nr. 2 hat im Gegensatz zu Nr. 1 einen Verschluss um Nacken. Der Schlitz ist mit einem Besatz verstürzt. Geschlossen wird das Top mit einem kleinem Knopf und einer Fadenschlinge. Wie man eine Fadenschlinge herstellt, habe ich hier gelernt.

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Die Shorts sind nach einem Schnittmuster aus Burda 6/2013. Kurze Hosen sind nicht unbedingt die vorteilhaftesten Kleidungsstücke, aber sehr bequem und praktisch.

langsamnaehen_bursho82016_01Der Schnitt ist ganz schlicht. Mit jeweils zwei Abnähern vorn und hinten, einem Reißverschluss an der Seite …

langsamnaehen_bursho82016_2… und einer Paspeltasche hinten.

langsamnaehen_bursho82016_03Eine Paspeltasche habe ich zum ersten Mal gemacht! Dementsprechend windschief und schlecht genäht ist sie. Aber ich habe es geschafft, noch dazu nach der (für mich) eher undurchsichtigen Burda-Anleitung. Beim nächsten Mal wird es sicher besser!

Die Fakten: TOPS
Schnittmuster: Kate Top von Tessuti Fabrics (PDF)
Stoff: hellblauer Feinleinen bzw. leichte Baumwolle
Größe: XS (australische Größen!)
Nähdauer: ca. 1,5 Stunden
Fazit: Hübsche, luftige Oberteile! Das Leinentop ist schon länger fertig und wurde auch schon oft getragen.

Die Fakten: SHORTS
Schnittmuster: Modell 111A aus Burda 6/2013
Stoff: eher feste Baumwollgarbadine mit Elasthan
Größe: 38
Änderungen/Anpassungen: Taille um einige Zentimeter verschmälert; Umschlag am Saum und zweite Paspeltasche weggelassen.
Nähdauer: ca. 2 Stunden
Fazit: Naja, elegant ist anders … Ich mag sie trotzdem.

Edit 3.8.2016: Ein paar Tippfehler korrigiert.

Resteverwertung

Keine Sorge, das geht hier nicht so weiter – mit einem Post alle zwei Tage! Ich war jedoch erstaunlich produktiv in den letzten Wochen, vor allem was die Resteverwertung betrifft.

Im Laufe der Zeit haben sich hier nämlich etliche Stoffstücke angesammelt, die zu groß sind, als dass ich sie leichten Herzens wegwerfen könnte; meistens sind sie aber nicht groß genug, dass sofort offensichtlich wäre, wofür sie sich nutzen ließen. Für sommerliche, luftige Kleidungsstücke, die nicht viel Stoff brauchen, reicht es zum Glück oft.

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Top und Rock sind aus Resten längst verflossener Nähprojekte entstanden. Sie haben etliche Jahre auf ihren Einsatz gewartet. Das Schnittmuster für das Top stammt aus der letzten Ottobre-Ausgabe 2/2016, der Rockschnitt aus einer älteren Burda (2/2014).

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Das Top ist aus einer schönen, schweren Viskose, weiß mit schwarzen Punkten. Der Stoff war damals ziemlich teuer und schon deshalb wollte ich den Rest nicht wegwerfen. Das Reststück war allerdings so sonderbar geformt, dass ich den Rücken stückeln musste, sonst wäre sich das nicht ausgegangen.

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Das Top hat seitliche Brustabnäher und angeschnittene Kimonoärmelchen. Das sieht nett aus und ist leicht zu nähen, schränkt aber die Bewegungsfreiheit der Arme über Kopf ein kleines bisschen ein. Die Viskose ist ziemlich flutschig und war daher nicht einfach zu verarbeiten. Sie knittert auch wie verrückt, ist aber kühl und angenehm zu tragen.

Der Rock ist aus festem, schwarzen Leinen – ein Rest von diesem und jenem Projekt.

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Er besteht aus vier Bahnen, die im schrägen Fadenlauf zugeschnitten werden. Das verleiht ihm einen hübschen Schwung, der bei einem leichter fallenden Stoff wahrscheinlich noch schöner herausgekommen wäre.

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Ein weiteres interessantes Detail sind der angeschnittene Bund und der Reißverschluss vorn. Das Originalschnittmuster sieht aufgesetzte Taschen vor, die ich aber wegen Stoffmangels weglassen musste.

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Die Fakten: TOP
Schnittmuster: „Kimonotop“, Modell 13 aus Ottobre 2/2016

Quelle: ottobredesign.com

Quelle: ottobredesign.com

Stoff: 100% Viskose
Zubehör: Nähgarn
Größe: 36
Änderungen/Anpassungen: keine
Fazit: Nettes, kühles Top, aber kein Teil, das ich gleich noch einmal nähen müsste.

Die Fakten: ROCK
Schnittmuster: Modell 121 aus Burda 2/2014

Quelle: burdastyle.de

Quelle: burdastyle.de

Stoff: 100% Leinen
Zubehör: nahtverdeckter Reißverschluss, Bügeleinlage für den Bund, Nähgarn.
Größe: 38
Änderungen/Anpassungen: Den Bund etwa 2 cm enger gemacht, sodass die Bundweite eher einer Größe 36 entspricht. Den Saum mit Schrägband versäubert.
Fazit: Den Rock trage ich gern und oft. Ich kann mir vorstellen, dass eine Variante aus Wollstoff ein tolles Basisteil für den Winter wäre.

Jac Shirt

Tessuti Fabrics ist ein australisches Stoffgeschäft mit online-Shop, das auch eine Reihe von interessanten Schnittmustern anbietet. Eines davon ist das Jac Shirt, ein weites Hemd mit ungewöhnlicher Schnittführung.

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Das Hemd ist vorne kürzer als hinten. Das Schnittteil für den Rücken ist trapezförmig und zieht sich an den Seiten weit nach vorn. Die Seitenschlitze sitzen daher nicht direkt unter der Achsel, sondern um einige Zentimeter nach vorn versetzt.

jac03072016_102Die Ärmel haben etwa 7/8-Länge und kleine Schlitze an der Innenseite, sodass sie auch umgeschlagen getragen werden können.

jac03072016_103Die Konstruktion des Hemdes ist sehr raffiniert: Die Seiten- und Ärmelschlitze werden als Briefecken genäht und zusammen gesetzt. Das schaut sehr sauber und akkurat aus. Ich hatte anfangs etwas Mühe, die Konstruktion zu verstehen, vielleicht auch, weil die Anleitung auf Englisch ist. Aber wenn man der Anleitung Schritt für Schritt folgt, ist es verblüffend einfach.

jac03072016_201Die Fakten
Schnittmuster: Jac Shirt von Tessuti Fabrics (PDF-Schnittmuster zum Downloaden mit Anleitung in englischer Sprache)
Stoff: graublauer Tupfenbatist (Swiss Dots) aus Baumwolle
Größe: S
Zubehör: 8 kleine, blaue Knöpfe; Nähgarn; aufbügelbare Einlage für den Kragen.
Änderungen/Anpassungen: Der Originalschnitt sieht einen Hemdkragen vor; ich habe einen Stehkragen genäht.
Fazit: Gut durchdachtes Schnittmuster, das sich flott umsetzen lässt. Das Hemd ist ein sehr bequemes Basisteil, das gut zu schmalen Hosen passt. Ich überlege, eine weitere Version zu nähen.

Mandy Boat Tee

Das Mandy Boat Tee ist ein kostenloser Shirtschnitt von Tessuti Fabrics, Australien. Es ist ein weites, kastenförmiges Shirt mit schmalen 3/4-Ärmeln und U-Boot-Ausschnitt.

Mandy Boat Tee ist a free pattern by Tessuti Fabrics, Australia. It is very wide with narrow 3/4 sleeves and a boat neckline.

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Das Schnittmuster ist one-size und sehr weit geschnitten. Ich habe sowohl vorn als auch am Rücken jeweils 4 cm rausgenommen, die Weite insgesamt also um 8 cm reduziert.

langsamnaehen_mandyboattee2_juni2015

Ich mag das Mandy Boat Tee sehr. Es erinnert mich an die 1980er, da habe ich solche Shirts schon gern und oft getragen: weit und kastig, mit einem längeren, engen Trägershirt drunter und dazu 3/4-Hosen. Und einen auffälligen Gürtel um die Hüften. Gürtel mag ich heute nicht mehr so besonders, diese Shirtform aber schon. Am liebesten mit schmalen Jeans, wie hier mit meiner zweiten Variante der Ginger Jeans.

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I like this shirt! It reminds me of the 1980ies, when I was twenty and I liked to wear short, wide shirts over narrow and long shirts, combinded with eye-catching belts. I don’t wear belts nowadays, but I still love those wide shirts, especially with slim jeans like my second version of Ginger.

Die Fakten
Schnittmuster: Mandy Boat Tee von Tessuti Fabrics
Stoff: Viskosejersey mit Wollanteil in Graubraun
Änderungen/Anpassung: Weite um 8 cm reduziert; Ausschnitt verschmälert, das Shirt wäre mir sonst über die Schulter gerutscht.
Fazit: Mag ich sehr! Ich habe noch ein weiteres aus blauem Viskosejersey genäht.

Facts:
Pattern: Mandy Boat Tee by Tessuti Fabrics
Fabric: viscose knit with wool in grey-brown
Alterations: I reduced the width by taking out 4 cm in the front and in the back each. I also narrowed the neckline, so the shirt could no longer trop from my shoulder.
Result: I like it! I already made a second one in blue viscose knit.

Shirt „Faded Stripes“

„Fades Stripes“ ist der Name eines Jerseyshirts aus dem Ottobre-Heft 2/2015, ein hübscher Shirtschnitt mit angeschnittenen Ärmelchen und Schulterpassen.

streifenshirt_ottobrefr2015_sg2Ich habe das Shirt bisher zweimal genäht, natürlich in Streifen: einmal in schwarz-grau (siehe Fotos) und einmal in grau-weiß (beide hier zu erkennen). „Fades Stripes“ sitzt eher lose, ist schnell genäht und angenehm zu tragen.

Die Fakten
Schnittmuster: Jerseytop „Fades Stripes“, Modell 17 aus Ottobre 2/2015
Stoff: Baumwolljersey
Größe: Gr. 44
Änderungen/Anpassungen: keine
Fazit: Netter Shirtschnitt – nähe ich wahrscheinlich immer wieder.

streifenshirt_ottobrefr2015_sg_1„Fades Stripes“ is a shirtpattern by Ottobre Design, included in the latest issue of their magazin (No. 2/2015). It’s a nice, loose fitting tee with yokes on the shoulders and short kimono sleeves. It’s sewed up quickly; even I (usually sewing very, very slowly) could make it in less then 1,5 hours.

Facts
Pattern: Top „Fades Stripes“, Pattern No. 17, Ottobre Design 2/2015
Fabric: Cotton knit
Size: 44 (european sizes)
Alterations: none
Conclusion: Nice tee – I’ll very likely sew some more.