Ginger als Shorts

Noch einmal Ginger Jeans! Für den Urlaub wollte ich weiße Shorts haben. Dafür müsste das Schnittmuster doch gut geeignet sein, war meine Überlegung. Und tatsächlich funktionieren die Ginger Jeans auch gut als Shorts!

langsamnaehen_ginsho0717xcxx_01

Die Beine habe ich auf eine Länge knapp über dem Knie gekürzt. Ansonsten habe ich das bereits bei den vorigen Modellen angepasste Schnittmuster ohne weiter Änderungen übernommen.

langsamnaehen_ginsho0717xcxx_03

Der weiße Stretchdenim ist das gleiche Material wie das für meine roten Jeans und genauso dehnbar und bequem. Mehrere Personen haben mich während des Nähprozesses darauf aufmerksam gemacht, dass weiß keine optimale Farbe für Hosen sei. Ich möchte dem widersprechen: Natürlich bleiben weiße Shorts nicht lange blütenrein, aber eine gewisse Patina macht weiße Hosen erst wirklich edel.

langsamnaehen_ginsho0717xcxx_05

Die Shorts haben sich jedenfalls bereits auf Reisen bewährt und werden, sollten sie einmal (in hoffentlich ferner Zukunft) unansehnlich werden, ganz sicher ersetzt!

Die Fakten
Schnittmuster: Ginger Skinny Jeans von Closet Case Patterns (schon wieder!)
Größe: 8-10
Stoff: Stretchdenim aus Baumwolle mit Polyester und Elasthan in Weiß
Zubehör: Weißes Nähgarn, ein Reißverschluss (8 cm), ein Jeansknopf zum Einschlagen, Bügeleinlage für den Bund.
Änderungen/Anpassungen: Die Passformänderungen wie bei meinen anderen Ginger Jeans (hier beschrieben). Die Beine gekürzt auf ca. 26 cm (innere Beinlänge).
Fazit: Ginger macht sich auch als Shorts gut. Ich empfehle das Schnittmuster aus voller Überzeugung!

Shirt: Mod. „Linnea“ aus Ottobre 2/2010, recycled aus diesem Kleid.
Fotos:
Herr L.
Location: Torri del Benaco am Gardasee

langsamnaehen_lagodigarda0717xcxx_00

Jerseykleid fürs Reisen

Für längere Autofahrten, besonders bei höheren Temperaturen, haben sich Jerseykleider außerordentlich bewährt. Nichts engt ein, das Knittern hält sich in Grenzen und wenn man aus dem Auto steigt, sieht man in der Regel immer noch ganz passabel aus. Mein neuestes Reisekleid ist aufgrund der Farbe und des simplen Schnittes sehr, sehr langweilig, aber gerade deshalb ungemein praktisch.

Das Schnittmuster ist „Twig“, Modell Nr. 1 aus Ottobre 2/2015, im Original mit langen Ärmeln. Das Kleid ist eher lose geschnitten und hat überhaupt keine interessanten Details – außer die kleinen Taschen mit halbrunden Tascheneingriffen (siehe Bild unten).

Das Kleid fällt weiter als ich das nach der technischen Zeichnung und der Umsetzung im Heft vermutet hätte. Außerdem ist es sehr kurz: Ich habe 3 cm am Saum zugegeben und finde es noch immer grenzwertig.

So sehr ich Taschen an Kleidungsstücken schätze, bei „Twig“ sind sie leider nicht gelungen: Die Taschenbeutel hängen innen lose und tragen daher an einer ungünstigen Stelle ziemlich auf.

Getragen wird das braune „Twig“ trotzdem: Es ist zwar schlicht, aber unschlagbar komfortabel. Und mit ein paar Accessoires lässt es sich einfach aufwerten – z.B. mit Kimonojacke und edlem Schuhwerk.

Die Fakten
Schnittmuster: „Twig“, Modell Nr. 1 aus Ottobre-Magazin 2/2015


Größe: 38
Stoff: Baumwolljersey in Graubraun.
Zubehör: braunes Nähgarn, Seidenbändchen zur Stabilisierung der Schulternähte.
Änderungen: Die langen Ärmel des Schnittmusters habe ich gekürzt. Außerdem wurde das Kleid um 3 cm verlängert.
Nähdauer: ca. 2 Stunden.
Fazit: Schnell genäht, schlicht und praktisch. Sollte ich das Kleid noch einmal nähen, würde ich die Taschen weglassen oder eine andere Taschenlösung wählen.

Ginger in Rot

Rote Jeans sind doch etwas abseits von meinen gewohnten Farbvorlieben. Aber heuer im April, als es so kalt und verregnet war, hatte ich plötzlich Sehnsucht nach bunten Kleidungsstücken, Beim Nähen hatte ich dann zwischendurch wieder Bedenken: Mag ich rot überhaupt? Werde ich rote Hosen wirklich anziehen? Mittlerweile sind die roten Ginger Jeans gut eingetragen und ich kann versichern, dass ich sie sehr gern mag.

Zum Herstellungsprozess selbst ist nicht viel zu sagen, außer dass es mich immer wieder erstaunt, wie schnell diese Jeans genäht sind.

Was mich am längsten aufgehalten hat, war das Kürzen des Metallreißverschlusses. Bei den Jeans mit niedriger Leibhöhe in Größe 8-10 ist der Reißverschluss im Endeffekt nur 8 cm lang. Ich konnte bisher keine so kurzen Metallzipper auftreiben, d.h. ich muss kürzen. Ich mache das, indem ich vom oberen Ende des Reißverschlusses mir einem kleinen Seitenschneider die Zähnchen entferne. Rote Jeansreißverschlüsse waren auch nicht zu finden, deshalb habe ich einen grauen eingenäht. Das stört aber nicht, weil man der Zipp ohnehin nicht sieht.

Die Anpassungen der Taillenweite – andere sind nicht nötig – habe ich genauso wie bei der letzten Version von Ginger gemacht. Die roten Jeans sitzen etwas lockerer als die zuletzt genähten in Blau; das liegt wahrscheinlich an einem geringfügig höherem Elasthananteil im Stoff. Die Absteppungen habe ich dieses Mal Ton-in-Ton in Rot ausgeführt. Wie immer sind meine Steppnähte alles andere als perfekt, aber am fertigen Kleidungstück fällt das überhaupt nicht auf.

Die Bilder sind am Donnerstagabend nach einem langen, heißen Tag inklusive einer 3-stündigen Autofahrt entstanden. Dementsprechend zerknauscht schauen die Jeans aus.

Die Fakten
Schnittmuster: Ginger Skinny Jeans von Closet Case Files, Low Rise-Variante
Stoff: Demin aus Baumwolle mit Polyester und Elasthananteil; bunter Baumwollrest für die Taschen.
Größe: Größe 10 (an der Taille wahrscheinlich eher 8)
Zubehör: Nähgarn in Rot; Jeansreißverschluss aus Metall; ein Metallknopf zum Einschlagen; aufbügelbare Einlage für den Bund (Vlieseline H180).
Änderungen/Anpassungen: siehe hier
Fazit: Auch in Rot ein Treffer!

 

Wieder einmal Ginger

Meine ersten Ginger Jeans habe ich vor über zwei Jahren genäht. Ich habe sie heiß geliebt und gern getragen, bevor ich sie schweren Herzen weggegeben habe, weil sie nicht mehr passten. Nun habe ich mich endlich aufgerafft und die Schnittteile neu abgepaust. Ich habe Größe 10 gewählt, als Ausgangsbasis für die wahrscheinlich notwendigen Änderungen.

Es gibt nämlich einen guten Grund, warum ich selber genähte Jeans gegenüber RTW-Jeans bevorzuge: Der Unterschied zwischen Taillen- und Hüftumfang beträgt bei mir gute 26 cm. Das bedeutet zwar einen gesundheitlich außerordentlich günstigen Taille-Hüft-Quotienten, aber auch dass Kaufjeans üblicherweise so aussehen:

Ohne Gürtel sind diese Jeans kaum tragbar. Meine neuen Ginger Jeans sehen dagegen so aus:

Welche Modifikationen habe ich gemacht, um zu dieser Passform zu kommen?
1. Ich habe an den Seitennähten von der Hüfte zu Taille hin graduell jeweils 1 cm mehr abgenäht, d.h. an der Hüfte hatte ich die Standardnahtzugabe von 1,5 cm, an der Taille waren es dann im Endeffekt 2,5 cm.

2. Ich habe die Passe („Yoke“) kurviger zugeschnitten. Dazu habe ich schon vor dem Zuschnitt in das Schnittmusterteil „Abnäher“ hineingefaltet. Meinen Maßen entsprechend mußte ich pro Passenteil etwa 3 cm rausnehmen; das habe ich nach Gutdünken gefaltet und einfach ausprobiert. Hier ein Bild des gefalteten Schnittmusters im Vergleich zum Original.

Auf dem Bild ist schon die nachjustierte Version des Schnittteils zu sehen: Das freihändig veränderte Teil war immer noch ein wenig zu weit an der Taille, deshalb habe ich an der hinteren Mittelnaht noch etwas rausgenommen.

3. Den Bund habe ich ebenfalls mehr gerundet, d.h. die untere Bundkante ist um einiges länger als die obere. So legt sich der Bund schön an den Körper an. Auch hier habe ich freihändig gefaltet und das Ergebnis hat gut gepasst.

Ich habe mir für diese Ginger-Version nicht viel Mühe gemacht. Sie ist aus preisgünstigem Stretch-Denim und war von Anfang an als Probeteil zur Optimierung der Passform gedacht. Ich hab ein paar Fehler gemacht, z.B. die Münztasche („Coinpocket“) auf der falsche Seite eingenäht. Das Topstiching wurde aus Garnresten in 4 verschiedenen Ockertönen genäht und ist katastrophal krumm und schief. Im Alltag fällt aber nichts davon auf!

Inzwischen habe ich die Jeans schon mehrere Male getragen und kann sagen: Schaut doch gut aus! Die Bluse ist übrigens das geschmähte Teil von hier, das sich inszwischen zu einem Lieblingsstück entwickelt hat: Sieht gut aus, trägt sich angenehm und ist nahezu bügelfrei, was will man mehr?

Die Fakten
Schnittmuster: Ginger Skinny Jeans von Closet Case Files, Low Rise-Variante
Stoff: Demin aus Baumwolle mit Polyester und Elasthananteil; bunter Baumwollrest für die Taschen.
Größe: Größe 10 (an der Taille wahrscheinlich eher 8)
Zubehör: Nähgarn in Dunkelblau und Garnreste in diversen Ockertöne für das Topstiching; Jeansreißverschluss aus Metall; ein Metallknopf zum Einschlagen; aufbügelbare Einlage für den Bund (Vlieseline H180).
Änderungen/Anpassungen: siehe oben
Fazit: Gerne wieder!

Sofakleidung

Sofakleidung – das ist meine freie Übersetzung von Loungewear. Sofakleidung wird, wie der Name schon sagt, vornehmlich beim Herumlümmeln auf dem Sofa getragen. Sie kann gelegentlich für Sportzwecke missbraucht werden, aber nur in Ausnahmefällen, denn dafür gibt es ja schließlich Sportkleidung. Bequemlichkeit ist wichtiger als Ästhetik, was aber nicht ausschließt, dass Sofakleidung gut aussehen kann.

Im Bezug auf Ästhetik rangiert mein letztes Sofakleidungsprojekt eher im unteren Mittelfeld: Eine Sweat-Hose ist halt nur bedingt schön.

Diese wurde nach einem Schnittmuster aus dem aktuellen Ottobre-Heft 2/2017 gearbeitet. Die Hose ist schnell genäht; die einzigen Details, die ein wenig Aufwand benötigen, sind die Taschen und die Bündchen am Bein. Der Bund wird einfach nach innen umgeklappt, abgesteppt und ein Gumminband eingezogen. Er sitzt etwa zwei Finger breit unter dem Nabel, das ist für meinen Geschmack etwas niedrig. Sollte ich noch eine Hose nach diesem Schnittmuster nähen, werde ich da etwas mehr Länge zugeben.

Das Teil aus dicken, flauschigen Sweat-Stoff ist super bequem und ideal zum Lümmeln, aber eben kein vorteilhaftes Kleidungsstück. Deshalb gibt es heute keine Bilder von der Rückseite, sondern maximal eine 3/4-Profil-Ansicht …

Und ein paar Detailsfotos von den Taschen …

… und den Bündchen am Bein:

Die Fakten
Schnittmuster: Modell 3 aus Ottobre-Magazin 2/2017
Stoff: Sweatshirt-Stoff aus 100% Baumwolle in Taupe melange
Zubehör: Nähgarn, Gummiband (1 cm breit)
Änderungen/Anpassungen: keine
Fazit: Bequem!

Numero zwei

Mit Ankündigungen oder Absichtserklärung im (Näh)Blog sollte man ja vorsichtig umgehen.  „Ich nähe gleich noch eines!“ schreibt sich in der Begeisterung schnell. Aber dann kommen andere Projekte oder schlicht das Leben dazwischen und auf die Ankündigung folgt – nichts. Ich bin sicher nicht die einzige Nähbloggerin, der so etwas schon passiert ist …

Hemdbluse Numero zwei habe ich aber tatsächlich genäht. Und zwar wirklich gleich nach der ersten Bluse.

Numero zwei ist also schon seit einiger Zeit fertig und wurde schon mehrmals getragen. Und sehr oft gewaschen, denn beim Fertigstellen, wirklich bei den allerletzten Nähten, ist es mir unter ungeklärten Umständen gelungen, einen dicken Fettfleck sehr prominent auf dem Kragen zu platzieren. Erst Bearbeitung mit Gallseife und Geschirrspülmittel und mehrere Durchgänge in der Waschmaschine haben den Fleck verschwinden lassen.

Ausgangsmaterial war dieses Mal ein feiner Batist aus 100% Baumwolle. Auf den Bildern wirkt die Farbe fast khaki; in Wirklichkeit ist es eher ein verblasstes, gräuliches Nougatbraun.

Bei der ersten Version habe ich die Taillenabnäher weggelassen, bei Numero zwei habe ich die hinteren Abnäher genäht. Das gibt ein kleines bisschen mehr Form. Die Passform ist aber immer noch eher weit und lose. Genäht war die Hemdbluse recht flott: Kragen und Ärmelschlitze habe ich dieses Mal schon ohne Anleitung geschafft. Innen sind wieder alle Nähte als französische Nähte gearbeitet.

Die Fakten
Schnittmuster: Modell Nr. 5 aus Ottobre 2/2006

langsamnaehen_ottobre22006_ccvxfxStoff: feiner Batist aus 100% Baumwolle in Graubraun
Größe: 38
Zubehör: Nähgarn; 11 kleine Knöpfe; leichte, aufbügelbare Einlage (Vlieseline H180) für Kragen und Manschetten.
Änderungen/Anpassungen: Die Taillenabnäher vorne weggelassen; Schultern um ca. 1 cm verschmälert; Ärmel um 1, 5 cm verkürzt.
Fazit: Ich mag die Bluse sehr und hab sie schon mehrmals getragen.

Gestrickt: Freyja Sweater

Der Frühling kommt! Der Garten steht quasi in den Startlöchern, die Vögel sind schon ganz aufgeregt. Und ich habe mir einen Frühlingspullover gestrickt.

langsamnaehen_freiya0217xp234fgx_1Freyja Sweater ist ein Strickmuster von Courtney Kelley, das über Ravelry gratis zum Download verfügbar ist.  Ich mag die hübsche, aber nicht zu üppige Fair-Isle-Passe.

langsamnaehen_freiya0217xp5630gx_2Der Sweater ist in einem Stück gestrickt, lediglich unter der Achsel muss ein kleines Stück genäht werden. Ich verabscheue das Zusammennähen von Strickstücken aus tiefster Seele; deshalb bevorzuge ich Teile, die in einem Stück zu stricken sind – auch wenn Anpassungen dabei viel schwieriger sind.

langsamnaehen_freiya0217_xp4590fx_4

Der Pullover sitzt körpernah. Er wird durch Ab- und Zunahmen an der Seite leicht tailliert. Im Rücken werden unterhalb der Musterpasse verkürzte Reihen eingefügt, damit der Ausschnitt hinten höher sitzt als vorn.

langsamnaehen_freiya0217_xfg334gf_6Die Fakten
Strickmuster: Freyja Sweater von Courtney Kelley über Ravelry
Garn: Drops Flora (65% Wolle, 35% Alpaca) in Farbe Beige Mix (Hauptfarbe) sowie Koralle, Gelb, Grün und Jeansblau.
Größe: 36
Änderungen/Anpassungen: Ich habe ca. 2cm Länge zugegeben. Außerdem habe ich die Bündchen in Rippen- statt Perlmuster gestrickt, allerdings weniger aus Präferenz als wegen schlampigen Lesens der Anleitung.

langsamnaehen_gfx4456289002_d341